LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Voller Zuversicht in die Zukunft: Oke feilt an seiner Gesangskarriere und tritt am Samstag auf

Soulige Stimme und voller Optimismus: Der 20-jährige Oke wird in wenigen Tagen seine dritte Single veröffentlichen und hat seinen Weg gefunden. „Als mit ,Bleeding‘ meine zweite Single herausgekommen ist, habe ich geweint vor Freude.“ Sein erster Song wurde im Frühjahr 2017 produziert: Gemeinsam mit seiner Entdeckerin „Miss Georgia Gray“ schaffte er es mit „Waiting For So Long“ ins Radio. Jüngst erschien gemeinsam mit Noize Generation Feat. der Song „Weekend“. Und an diesem Samstag wird Oke beim diesjährigen „Screaming Fields“ auf der Bühne der Rockhal stehen. Die Liebe zur Musik entdeckte er als Kind in Nigeria, seit zehn Jahren lebt er in Luxemburg und hat noch viel vor.

Du hast schon in Nigeria im Chor gesungen: Wie kamst Du dazu?

OKE In Nigeria habe ich bei meiner Oma gelebt, wir waren immer zusammen in der Kirche und haben dort im Chor Gospellieder gesungen. Als ich hierher gekommen bin, war ich auf der Premierschule und musste die Sprachen lernen, das war sehr schwer für mich, mich anzupassen und zu kommunizieren, das Singen hat mir geholfen und hat meine Seele freigemacht. In der Septième habe ich mit dem Musiklehrer gesungen und Freundinnen in der Klasse haben gesagt, dass ich unbedingt mit in den Chor gehen sollte.

Welche musikalischen Einflüsse hast Du aus Nigeria mitgenommen?

OKE Gospel spielt immer noch eine Rolle für mich, das kannte ich schon vorher und das passte sofort auf meine Stimme. Ich liebe auch Afropop und alles, was Drums und Bewegung vereint, aber auch ruhigere Versionen mit Piano oder Orchester.

Hast Du musikalische Vorbilder?

OKE Michael Jackson ist mein Idol, weil er so viele Musikrichtungen mitgeprägt hat und die Tür für sehr viele Kulturen und ethnische Gruppen geöffnet hat, die Atmosphäre und sein Tanz inspirieren mich auch heute noch. Auch Beyoncé und Whitney Houston inspirieren mich mit ihren Power-Performances, denn ich mag es, dem Publikum zu zeigen, was ich ausdrücken möchte. Ich möchte authentisch sein und mit dem Publikum Spaß und eine Verbindung haben.

Eine Freundin der Familie ist bei Jay-Z unter Vertrag. Welche Einblicke ins Musikgeschäft hast Du dadurch schon bekommen?

OKE Ja, Tiwa Sawage, das ist eine Freundin meiner Mutter. Sie hat in London hart daran gearbeitet, war in „The X Factor UK“, ist aber nicht weitergekommen. Schließlich sagte sie sich: „Warum mache ich nicht in Nigeria Musik, wir haben ein riesigen Markt und Afropop wird immer berühmter.“ Es war schwer am Anfang, aber dann kam sie unter Vertrag und es gelangen ihr viele Hits in Nigeria, bis sie schließlich von Roc Nation von Jay Z angeschrieben wurde. Aber sie sagte mir, dass ich die Schule fertigmachen soll und Musik nicht sicher ist. Ich weiß, dass es ohne Ausbildung nicht geht und dass man hart arbeiten muss und dass die Musik dann kommt. Das habe ich mitgenommen und bis heute respektiert, aber ich weiß, dass in der Zukunft etwas kommt.

Wie waren die Reaktionen auf Deine ersten beiden Singles?

OKE Als „Waiting for so long“ erschien, war ich in Nigeria. Meine Freunde aus Luxemburg erzählten mir, dass ich im Radio bin. Viele Leute haben das Lied auf ihre Playlist gesetzt und mir Rückmeldung gegeben, dass ich unbedingt weitermachen soll. Ich bin so dankbar, dass die Leute mir das sagen. Meine Familie hat Angst, dass ich mit der Schule aufhöre, aber ich finde, wenn man jung ist, sollte man vom Leben profitieren, sonst bereut man es und ich möchte nicht, dass andere Leute für mich entscheiden.

Du trittst beim „Screaming Fields“ auf - ist das der bisher größte Auftritt für Dich in Luxemburg?

OKE Ich bin schon aufgeregt, auch wenn ich schon in der Rockhal aufgetreten bin und größere Perfomances in Luxemburg hatte. Etwa mit der Schule zur „Journée européenne“ mit den Benelux-Ländern, das war ein großes Fest mit mehr als 500 Leuten, das war sehr, sehr geil. Eine Woche hat jeder von mir gesprochen, auch meine Mutter war stolz und das hat mir sehr viel Freude gegeben. Das „Screaming Fields“ ist schon etwas anderes, weil da mehr Aufwand dahintersteckt, aber ich freue mich sehr darüber.

Könntest Du Dir auch eine Musikkarriere jenseits der Grenze vorstellen?

Oke In Deutschland wurde mir einmal gesagt „Du hast auf dem deutschen Markt keine Chance, weil Du eher dunkel bist.“ Dann habe ich gesagt, dass Gott mit mir ist und wenn ich es schaffe, ist es mein Schicksal und wenn nicht, dann habe ich es wenigstens probiert. Hauptsache viele Leute sind berührt von meiner Musik, das ist mein Ziel als Musiker und ich möchte etwas schreiben, was die Leute weiterbringt, ich habe zwar auch ein paar Tanzlieder, aber ich spreche immer über etwas Konkretes. Diese Kritik damals ist unwichtig, ich habe trotzdem mit deutschen DJs gearbeitet und es kommen sicher noch mehr große Chancen, das ist erst der Anfang.


Das „Screaming Fields“ findet am Samstag in der Rockhal statt,

Beginn 18.30. Neben Oke treten Adrian, Tyra, Pleasing Trappers,

Rat October, Dessy Mesk, C’est Karma und Indianageflüster auf.

Eintritt frei. Weitere Infos unter www.screamingfields.lu