LUXEMBURG
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„Chargy“-Ladestationen: Auch mit der mKaart elektrisch mobilisiert unterwegs

„Chargy“, das erste Netz öffentlicher Ladestationen in Luxemburg, soll bis 2020 insgesamt 800 Ladestationen umfassen - das entspricht 1.600 Aufladeplätzen für Fahrzeuge, die mit „E“ unterwegs sind. Zur Gewährleistung einer nationalen Netzabdeckung wird mindestens eine Ladestation in jeder Gemeinde des Großherzogtums installiert, wie es von Regierungsseite heißt. Die Ladestationen werden, wie es von Unternehmensseite heißt, grundsätzlich in der Nähe wichtiger kommunaler Einrichtungen wie etwa Gewerbezonen, Schulen, Sehenswürdigkeiten, Kultur- und Sportstätten, Geschäften, Kommunalverwaltungen oder Behörden zur Verfügung stehen. Etwa die Hälfte dieser Stationen wird auf Park & Ride-Parkplätzen installiert. Die Gesamtanzahl der Stationen pro Gemeinde hänge von der Zahl der Einwohner und der Arbeitsplätze jedes einzelnen Gebiets ab.

Gespräche mit Externen laufen

Im April 2017 wurden die ersten Stationen in Betrieb genommen. Das präzisiert Wirtschaftsminister Etienne Schneider in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Marco Schank und Marcel Oberweis. Die haben sich mit dem System der Ladestationen befasst und unter anderem gefragt, wie beispielsweise Touristen und Nichteinheimische die Ladestrukturen nutzen können.

Die Identifizierung an den „Chargy“- und den „Chargy OK“-kompatiblen Stationen erfolge über die mKaart des „Verkéiersverbond“, die man vom Service-Anbieter erhalten könne, schreibt Schneider. Falls man bereits eine mKaart besitzt, könne der Service-Anbieter das Produkt „Chargy“ direkt auf dieser Karte aktivieren. So können sowohl Gebietsansässige als auch Auswärtige mit einer mKaart ihr Elektroauto an den „Chargy“ -Terminals aufladen, indem sie einen Vertrag mit einem Anbieter unterzeichnen. Einige der Anbieter hätten in der Anlaufzeit im ersten Semester 2017 auch ihren Kunden das Tanken gratis ermöglicht.

Wie Schneider weiter ausführt, verhandelten die Verantwortlichen des Systems derzeit mit vergleichbaren Plattformen in anderen Ländern, damit beispielsweise Touristen künftig auch direkt an den „Chargy“ -Terminals ihre Elektrofahrzeuge aufladen können. „Erste Vereinbarungen werden in den ersten Monaten des Jahres 2018 erwartet“, schreibt Schneider. Darüber hinaus entwickelten die Verantwortlichen derzeit eine „Fee-for-Service“ -Zahlungsmethode, einer Einzelleistungsvergütung-Methode, über einen „Web-Shop“, die noch keinen Vertrag unterschrieben haben oder von einem im „Chargy“ -System registrierten Gebührendienstanbieter ein Abonnement erworben haben.

Wer will, kann ins System aufgenommen werden

Schneider präzisiert, dass die großherzogliche Verordnung vorsehe, dass die Betreiber auch „auf nichtdiskriminierende Weise mit öffentlichen oder privaten Personen zusammenarbeiten“ müssten, die Ladeterminals einrichten oder betreiben wollen - auf öffentlich zugängliche Standorten, um diese in das gemeinsame zentrale System zu integrieren.

54.000 Ladepunkten im europäischen PlugSurfing-Netzwerk

Diese Ladeterminals müssten aber die minimalen funktionalen und technischen Eigenschaften erfüllen, die auch in der gleichen Verordnung definiert sind, und müssen von demselben gemeinsamen zentralen System verwaltet werden, das für öffentliche Ladestationen eingerichtet ist. „Diese technischen und funktionalen Spezifikationen umfassen die Art des Ladeanschlusses, das Kommunikationsprotokoll und die Mittel zur Identifizierung des Benutzers“, schreibt Schneider. Diese Terminals sind an dem „Chargy OK“ -Logo zu erkennen und stehen allen Benutzern der „Chargy“ -Plattform zur Verfügung, die mit einer „Chargy“-kompatiblen mKaart ausgestattet sind. Wie „electrive“, der Branchendienst für Elektromobilität, vor kurzem mitteilte, haben durch die Zusammenarbeit mit dem Berliner Start-up Plugsurfing und deren App oder Ladeschlüssel die E-Auto-Fahrer aus Luxemburg bereits Zugang zu den 54.000 Ladepunkten des europäischen PlugSurfing-Netzwerks. Derweil hat Chargy zudem eine Roaming-Kooperation mit Open Chargepoint (Belgien) und eViolin (Niederlande) angekündigt, um die gegenseitige Interoperabilität aller Ladestationen zu gewährleisten.