REMERSCHEN
PATRICK WELTER

Das Naturkundemuseum im Haff Remich wurde in „Biodiversum - Camille Gira“ umbenannt

Am späten Nachmittag des 16. Mai ereignete sich in der Abgeordnetenkammer ein Drama. Am Rednerpult stehend erlitt Camille Gira, Staatsekretär im Umweltministerium, einen schweren Herzinfarkt, den er nicht überleben sollte.

Gira, der vor allem als Bürgermeister grüne Ideen nicht nur umgesetzt, sondern auch intensiv mit seinen Bürgern kommuniziert hat, gehörte schon lange zu den treibenden Kräften der „Gréng“. Innerhalb der Regierung konnte er seit 2013 im Zusammenspiel mit Ministerin Carole Dieschbourg vieles anstoßen und umsetzen. Zu Giras Stärken gehörte es, dass er nicht akademisch über die Köpfe hinweg referierte, sondern immer auf Einbindung setzte. Selbst den Jägern, die nicht gut auf seine Gesetzesvorlagen zu sprechen waren stellte er sich in Versammlungen von Angesicht zu Angesicht.

Viel bewegt, viel vermittelt

Diese Stärken wurden auch gestern betont, als Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch und Umweltministerin Carole Dieschbourg das Naturkundemuseum „Biodiversum“ im Haff Remich im Rahmen eines Festaktes in „Biodiversum - Camille Gira“ umbenannten. Der Haff Remich, mit den ehemaligen Baggerweihern, die sich die Natur zurückerobert hat und die heute ein einzigartiges Biotop bilden, zeigte sich unter einem strahlend blauen Himmel mit den ersten Herbstfarben und unterstrich die Einzigartigkeit des Standortes. „Wir wollten einen Ort nach Camille benennen, der zu ihm passt“, meinte Minister Bausch. Hier sei man zwar weit weg von Giras Heimat (Beckerich), aber das Biodiversum, dessen Aufgaben und seine Umgebung und passten zu ihm. Bausch erinnerte an den langen Weg, den er zusammen mit Gira zurückgelegt hat. Das Biodiversum sei „ein gutes Symbol für das, wofür Camille stand!“

Für Carole Dieschbourg, für die es sichtlich kein leichter Auftritt war, stellte fest: „Der Camille hat die Leute immer mitgenommen!“ Bei allen Herausforderungen, egal ob Biodiversität oder Klimawandel, sei er optimistisch gewesen und habe auf den Wandel gesetzt. Stets habe er gemeint „Es geht voran!“

Mit einer gemeinsamen Enthüllung einer Tafel am Eingang des „Biodiversum -Camille Gira“ erfolgte die offizielle Umbenennung.