„Wenn ich etwas nicht vertrage, dann ist es, wenn ich meine Zeit mit endlosen Diskussionen vergeude“, offenbarte LSAP-Wirtschaftsminister Etienne Schneider diese Woche der „Revue“. Nicht nur Gewerkschaften und Patronat müssen sich also auf etwas gefasst machen, sondern auch Schneiders Mitminister, der mangels Tripartite ein „Haut Comité pour l‘Industrie“ ins Leben rufen will, ein auch politisch hochkarätig besetzes Gremium. „Denn für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes ist nicht nur der Wirtschaftsminister zuständig, sondern auch der Umwelt-, Arbeits- und Finanzminister“. Das musste mal gesagt werden. Dabei hat der Herr Schneider aber schlicht den Premier vergessen, der die „simplification administrative“ mal zur Chefsache erklärt hat.

„Ich bin der Meinung, dass man über alles diskutieren und in Frage stellen muss“, unterstreicht der Wirtschaftsminister ferner. Auch der Index soll kein Tabu sein: „Ich sage nicht, dass wir den Index abschaffen sollen, aber man kann ihn in Frage stellen“. Keine Partei komme in ihrem Wahlprogramm daran vorbei, Position zum Index zu beziehen. Schneiders Partei jedenfalls lehnt heute bereits jede weitere Modulation des Mechanismus ab. Ob der Wirtschaftsminister diese Einstellung lange verträgt?