LUXEMBURG
LJ

Schutz dieser Art ist eine der Prioritäten des Zweiten Nationalen Naturschutzplans

Die Wimperfledermaus gehört zu den seltensten und gefährdetsten der 21 Fledermausarten Luxemburgs. Sie ist nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie streng geschützt. Damit sei Luxemburg verpflichtet, die Lebensräume und den Bestand der Art zu erhalten, wie das Naturschutzsyndikat Sicona ausführt. Um mehr über diese Fledermäuse zu erfahren, führen das Nachhaltigkeitsministerium, das Nationalmuseum für Naturgeschichte und Sicona eine Genetik-Studie durch. Wimperfledermausweibchen bilden im Sommer soziale Verbände, sogenannte Wochenstubenkolonien. Jedes Jahr suchen sie diese auf, um dort ein Junges pro Jahr zur Welt zu bringen. Die Tiere bilden „matrilineare Kolonien“, die Töchter, die in der Kolonie geboren wurden, kehren im folgenden Jahr dorthin zurück. Da Wimperfledermäuse bis zu 30 Jahre alt werden können, macht die hohe soziale Bindung an Gebäude diese seltene Art besonders anfällig. Zurzeit sind für Luxemburg etwa zehn Wochenstubenkolonien bekannt, mit einem geschätzten Gesamtbestand von rund 1.600 Weibchen.

Die größte Kolonie befindet sich mit 970 Tieren im Oberen Moseltal. Ein weiterer Verbreitungsschwerpunkt mit mehreren kleineren Wochenstuben von 35 bis zu 200 Weibchen befindet sich in einigen Sicona-Gemeinden im Eisch- und Atterttal. So sind trotz jahrelanger Bemühungen bislang noch nicht alle luxemburgischen Kolonien bekannt. Um die Art besser schützen zu können, gilt es herauszufinden, wo sie ihre Reproduktionsquartiere besitzt, wie groß die Kolonien sind und ob und in welchem Maße diese zusammenhängen. Zur Abschätzung der sozialen Interaktion wird nun eine Untersuchung anhand genetischer Methoden durch. Die Koordination des zweijährigen Projekts liegt bei Sicona. Zur Sammlung der DNA-Proben wurde eine nicht-invasive Methode gewählt, um die geschützten Tiere nicht zu stören. Die Proben wurden im Genetik-Labor des Nationalmuseums für Naturgeschichte auf die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Weibchen einer Kolonie sowie zwischen den verschiedenen Kolonien untersucht. Der Schutz dieser Art ist eine der Prioritäten des Zweiten Nationalen Naturschutzplans (PNPN2). Diese Untersuchung soll dazu beitragen, über eine verbesserte wissenschaftliche Kenntnis den PNPN2-Zielen ein Stück näherzukommen. Die Ergebnisse dienen als Basis, um ein fundiertes Monitoring für die Art abzuleiten und konkrete Schutzvorschläge auszuarbeiten und umzusetzen.