SOUTH PARK (CO)
JEFF KARIER

Als Superheld in „South Park: The Fractured But Whole“ die Stadt retten

Mit zahlreichen Anspielungen, Humor unter der Gürtellinie und einem verbesserten Kampfsystem kehrt die Kultserie „South Park“ auf die Konsolen und den PC zurück. „South Park: The Fractured But Whole“ ist der direkte Nachfolger des 2014 erschienen und bei Kritikern wie auch Fans hochgelobten „South Park: The Stick of Truth“. Man schlüpft erneut in die Rolle des „New Kid“, dem Neuen in der Kleinstadt in Colorado. Zitierte und parodierte „The Stick of Truth“ noch beispielsweise „The Lord of the Rings“, „Game of Thrones“ sowie andere Fantasy-Universen, sind es dieses Mal die Superhelden von Marvel und DC oder vielmehr deren Film-Universen.

Handlung gewohnt skurril

Das Spiel setzt jedoch noch während den Geschehnissen aus „The Stick of Truth“ an. Nach einem ersten Kampf, in dem wir das überarbeitete Kampfsystem kennenlernen, legen wir unsere Fantasy-Gewandung ab, ziehen Spandexhosen sowie Cape an und beginnen unsere Superhelden Karriere.

Die Kinder von South Park rund um Stan, Kyle, Cartman und Kenny, die in ihre jeweiligen Superhelden-Alter-Egos Toolshed, Human Kite, The Coon und Mysterion schlüpfen, träumen davon, ihr eigenes Superhelden-Franchise aufzubauen. Dabei kommt es jedoch zu Meinungsverschiedenheiten und die Superheldenteams „Coon and Friends“ sowie „Freedom Pals“ gehen getrennte Wege. Cartman will seine Franchisepläne mit dem Finderlohn in Höhe von 100 US-Dollar für eine verschwundene Katze in Gang bringen. Daraus entwickelt sich aber eine aberwitzige Geschichte, die ein viel größeres Ausmaß annimmt.

Traumen formen Helden

Bevor wir aber loslegen können, erhalten wir von Cartman eine tragische Hintergrundgeschichte, wie es sich für einen Superhelden gehört: Wir erwischen unsere Eltern beim Sex. Während dieser Sequenz wählen wir außerdem unsere Klasse aus, können später aber weitere hinzufügen. Wie in einem klassischen Rollenspiel erwarten uns in „South Park: The Fractured But Whole“ eine ganze Reihe an Quests, in denen viele lieb gewonnenen Charaktere auftreten. Wir stellen uns unter anderem Ninjas, Sechstklässlern, Crab People und Rednecks. Die Zwischensequenzen, in denen die Handlung vorangetrieben wird, sehen aus wie eine TV-Folge der Kultserie. Jedoch wirkte „South Park: The Stick of Truth“ ein Stück frecher, mutiger und überspitzter als der Nachfolger.

Nicht nur rumstehen

Allerdings kann „South Park: The Fractured But Whole“ mit dem überarbeiteten Kampfsystem punkten. Dieses ist zwar weiterhin rundenbasiert, allerdings muss man sich nun zusätzlich taktisch klug positionieren. Denn wir bewegen uns nun auf einem Schachbrett-raster. Die verschiedenen Fähigkeiten des eigenen Charakters sowie der Begleiter sollten ausgewogen gewählt sein und sowohl starke Nahkampf- sowie Fernkampfangriffe und Heilfähigkeiten enthalten. Die drei Begleiter kann man dabei aus insgesamt zehn Superhelden wählen, woraus ganz unterschiedliche Spielweisen entstehen, die für Abwechslung sorgen.

Als „New Kid“ verfügt man zusätzlich über Spezialfähigkeiten. Denn mit unseren Darmwinden können wir etwa die Zeit stoppen oder einen Doppelgänger erzeugen. Auch außerhalb der Kämpfe kommt unser Anus zum Einsatz, und zwar um im Zusammenspiel mit unseren Begleitern Rätsel zu lösen und entlegene Orte zu erreichen. Hierbei finden wir auch immer wieder neue Gegenstände und Superheldenkostüme. Letztere sind zwar rein optisch, mit bestimmten Items verbessern wir aber unsere DNA und werden so immer stärker.

Viel Herz und Seele

Unterm Strich ist „South Park: The Fractured But Whole“ eine gelungene Fortsetzung, die rund 20 Stunden Spielspaß bietet. Zwar fehlen der Handlung und der allgemeinen Inszenierung die einprägsamen Momente des Vorgängers, allerdings wurde beim Kampfsystem an den richtigen Schrauben gedreht. Dank der Originalsprecher in der englischen wie auch der deutschen Version kommt von Anfang an das „South Park“ Gefühl auf und die vielen Anspielungen und Charaktere, die verbaut sind, sorgen immer wieder für Lacher. Für Fans der Serie ein Pflichtkauf. Alle anderen erhalten ein gutes Rollenspiel mit derbem Humor, den man mögen muss.