LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Zweiter Teil der Sekundarschulreform bringt Änderungen auf den höheren Klassen des „Enseignement secondaire général“ (ESG)

Es ist die letzte Etappe der Sekundarschulreform und sie betrifft ausschließlich die höheren Klassen im „Enseignement secondaire général“ (ESG). In 4e- und 3e-Klassen der Sektionen mit Deutsch als Umgangssprache wird Französisch künftig auf zwei Niveaus unterrichtet: als Grundkurs und als fortgeschrittener Kurs. Das gilt umdreht auf französischsprachigen Sektionen auch fürs Deutsche. Eine Ausnahme ist allerdings die verwaltungstechnische und kaufmännische Fachrichtung, in der Französischkenntnisse als sehr wichtig eingestuft werden. Mit dem ersten Teil der Sekundarschulreform war bereits eingeführt worden, dass die Sprachen und Mathematik auf den unteren Klassen als Grund- und Leistungskurs angeboten werden.

Ab dem kommenden Schuljahr sollen dann auch die meisten Sektionen nach und nach mit Französisch als Umgangssprache ins Programm aufgenommen werden, „um einem Teil der Schulbevölkerung gerecht zu werden“, sagte Bildungsminister Claude Meisch (DP) gestern auf einer Pressekonferenz. Die Anpassungen sollen der großen Schülervielfalt im vormals als „Technique“ bezeichneten Unterricht gerecht werden. Viele der rund 24.500 Schüler, die derzeit eine Schule beziehungsweise Klasse des ESG besuchen, haben Probleme in einer der beiden Sprachen.

Drei neue Sektionen im Angebot

Ab dem nächsten Schuljahr werden außerdem drei Lyzeen neue Sektionen im Angebot haben. Neu ist im „Lycée technique d’Ettelbruck“ etwa die Sektion für Umweltwissenschaften. Sie soll „Schüler auf die Berufswelt vorbereiten, ihnen aber auch die Möglichkeit geben, weiter zu studieren“, erklärte LTEtt-Direktor Lucien Klein. Die Sektion legt Schwerpunkte auf Themen wie Abfall, Mobilität oder Energie, die interdisziplinär behandelt werden sollen.

Das „Lycée technique hôtelier Alexis-Heck“ geht indes mit der Sektion „Gestion de l‘hospitalité“ ab 2e an den Start. Die im darauf folgenden Jahr ab 4e angebotene Ausbildung soll ebenfalls sowohl auf Berufsleben wie Studium vorbereiten. In diesem Sinne plant die „Hotelsschoul“ die Einführung eines BTS-Studiengangs in „Hospitality Management“. Die neuen Programme sollen die Attraktivität der Schule verbessern, da die Einschreibungen zuletzt zurückgingen, der Bedarf im Horeca-Bereich aber „gewaltig“ sei, wie ihr Direktor Michel Lanners ausführte. Im „Lycée Josy Barthel Mamer“ steht indes die Premiere für die Sektion „Architektur, Design und nachhaltige Entwicklung“ (A3D) an. In diesen Bereichen soll die Sektion Schülern eine gewisse „Vorspezialisierung“ bieten, ohne ihnen jedoch den Zugang zu wissenschaftlichen Studien zu versperren. Der Direktor der Schule, Claude Christnach, wies gestern darauf hin, dass die Einschreibungen für die neue Sektion laufen. Mit den neuen Sektionen würde der Realität des Arbeitsmarkts Rechnung getragen werden. Meischs Fazit lautete deshalb: „Die Politik der Autonomie der Schulen trägt ihre Früchte“. Schüler hätten durch die Neuerungen insgesamt „deutlich mehr Auswahl“.

Zwei Sektionen werden ausgeweitet

Weitere Neuerungen: Schüler sollen sich bereits ab 4e für die Sektion für Sozialwissenschaften (SO), die beispielsweise zu den Berufen des Erziehers oder Pädagogen führt, entscheiden können. Von 1re auf 2e ausgeweitet wird ebenfalls die Sektion Gesundheitswissenschaften (SH), die beispielsweise auf Studien zum Physiotherapeuten vorbereitet.


Mehr Informationen unter a3d.lu, lthah.lu und ltett.lu