LUXEMBURG/ESCH/ALZETTE
INGO ZWANK

Philippe Lamesch und Boris Loder stellen im Escher Theater 40 Werke aus

Die beiden Künstler Philippe Lamesch und Boris Loder präsentieren aktuell im „Théâtre Municipal de la ville d’Esch-sur-Alzette“ - auf Einladung des „Lions Club Esch/Alzette“ - jeweils 20 Kunstwerke unter dem Ausstellungsmotto „Negative Space“, Kunst im negativen Raum.

Beruf und Kunst verbinden

Wie sind die beiden zur Kunst gekommen? Lamesch, der am „Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ (LCSB) arbeitet, besuchte während seines Doktorats Abendkurse in der „School of the Museum of Fine Arts“ (smfa) in Boston und widmete sich dem Thema „Gravur“. Und zwar allem, was dazugehört. „Holzstich und -gravur, das Ätzen mit Säure und dem entsprechenden Druck“, erzählt Lamesch mit Blick auf die Ausrichtung „Printmaking“. Hier fallen dann Begriffe wie Hoch- und Tiefdruck, mit denen er auf die unterschiedlichste Art und Weise seine Werke auf Papier als Collagen erstellt. „Der Begriff Hochdruck wird für alle Druckverfahren verwendet, bei denen sich das zu druckende Motiv aus Formen zusammensetzt, welche die ebene Fläche des Trägermaterials überragen“, erklärt Lamesch. Der Begriff „Tiefdruck“ beschreibe hingegen alle grafischen Druckverfahren, bei denen in eine Druckplatte durch mechanische oder chemische Einwirkung Vertiefungen erzeugt werden, die in ihrer Gesamtheit das zu druckende Motiv bilden. „In diese Vertiefungen wird vor dem eigentlichen Druckvorgang die Farbe eingebracht.“ Die Plattenoberfläche selbst werde dabei blank gehalten. Dies alles findet sich in seinen Werken wieder. Hobby und Beruf gehen für Lamesch dabei gut Hand in Hand. „Ich habe in der Kunst gewisse Freiheiten, die ich in der Forschung nicht habe. Doch aus der Forschung kann ich für die Kunst die notwendige Disziplin übernehmen.“ Diese Kunst konnte er dann auch in einem Atelier an der „Kala Art Institute“ in Berkeley verfeinern, ausbauen und bereits in mehreren Ausstellungen dem interessierten Publikum präsentieren.

Boris Loder studierte englische und deutsche Literatur und gibt unter anderem Englischkurse in der Schule. Er ist Autodidakt, was das Fotografieren anbelangt. Alles fing für ihn bei einem längeren Aufenthalt in Manchester an. „Seit neun Jahren mache ich das jetzt“, erzählt Loder im Gespräch, der seinen Schwerpunkt auf den urbanen Kontext gelegt hat. Es finden sich Straßenschilder oder auch Telefonzellen in seinen Fotografien, „alles, auf was man im urbanen Raum treffen kann. Hier versuche ich vor allen aufzuzeigen, was man sich beim Aufbau gedacht hat und was nun daraus geworden ist. Dazu gehört auf der mögliche Verfall.“ Die Fotografien werden dann noch entsprechend unter anderem mit Schattierungen versehen, „über Bildbearbeitung“, erzählt Loder. So stellte Loder 2010 in der Uni in Tübingen mit „Glow in the Dark“ aus, auch 2016 mit „Urban Elements“ in Luxemburg-Stadt. Mehrmals stellte Loder in Stuttgart im Alten Zollamt aus. Auch in der Abtei Neumünster oder in der Kulturfabrik („KuFa’s Urban Art“) zeigte Loder bereits seine Kunst.

Beide Künstler zeigen ihre Kunst vor einem klaren Hintergrund, dem „negative Space“. Durch diesen klaren Hintergrund, der meist weiß gehalten ist, wird das Motiv im Vordergrund entsprechend in Szene gesetzt und deutlich hervorgehoben. Lameschs Werke sind ebenso wie die von Loder in ihrer Art einzigartig. Die Werke der beiden verbindet darüber hinaus – neben dem entsprechenden negativen Raum - der Aspekt „der Kunst auf Papier“. Bei der Ausstellung in Esch/Alzette loben die beiden Künstler das Engagement der „Lions mit Gilbert Ballini und auch die optimalen Bedingungen in der Galerie, dies hier ist wirklich sehr gut“, betonen Lamesch und Loder einstimmig.

Blick auf die Werke

Die Werke von Lamesch und Loder sind natürlich zu erwerben, so gibt es eine Collage von Lamesch (63x75 Zentimeter) für 290 Euro, das teuerste Werk im Format 103x103 Zentimeter kostet 2.200 Euro. Ähnlich auch die Preise bei den Werken von Loder, je nach Auflage kosten die Werke zwischen 150 und 2.000 Euro.

Am 14. Dezember ist übrigens Finissage, der feierliche Abschluss der Ausstellung „Negative Space“ - Beginn ist 18.00 / die Ausstellung schließt am 20. Dezember.

Mehr Infos über die Ausstellung www.theatre.esch.lu und über die Künstler unter www.borisloder.com als auch www.philippelamesch.com