Umgestaltung des Brauereiareals auf dem Instanzenweg

Hauptpunkt der Gemeinderatssitzung von Dienstag war die Abstimmung über eine auf Grund von einer Reklamation veranlassten leichten Änderung des Bauprojektes „Dräeck Dikrech“ betreffend die Umgestaltung des Brauereiareals. Vorab hatte Bürgermeister Claude Haagen den bisherigen Verlauf des Genehmigungsverfahrens erklärt. Nachdem der Teilbebauungsplan (PAP) im Mai offiziell vorgestellt worden war, wurde dieser auf den Instanzenweg gebracht. Nach der Veröffentlichung hatte eine Anrainer-Familie eine Reklamation eingereicht, während die „Cellule d’évaluation“ des Innenministeriums einige minimale Änderungen verlangte. Inzwischen wurde ein Teil der Gebäude, die bei der Umgestaltung erhalten bleiben, unter Denkmalschutz gestellt. Nun gilt es nach der Genehmigung der Umänderung das geänderte Projekt dem Gemeinderat erneut zur Genehmigung vorzulegen und anschließend an das Innenministerium zur endgültigen Genehmigung weiterzuleiten. Architekt Tom Beiler stellte das Projekt mit den vorgeschlagenen Änderungen vor.

Kombination von Brauerei und Wohneinheiten

Die neue Brauerei von 5.350 qm wird auf dem jetzigen Areal der Brauerei in einem Neubau konzentriert und der Rest des 2,5 ha großen Geländes wird zu Wohn- und Geschäftszwecken genutzt. Erhalten bleiben die ehemalige Zuckerfabrik parallel zum Bahnhof und der Flaschenkeller mit dem markanten Turm. Diese werden zu Wohnzwecken umgebaut. Nach dem Abriss der übrigen Gebäude werden eine Reihe neuer Wohnblöcke auf dem Areal gebaut. Insgesamt sollen so bis zu 322 Wohneinheiten mit rund 570 Parkplätzen (teils unterirdisch) entstehen. Alternativ ist die Einrichtung von Verwaltungsräumen in der ehemaligen Zuckerfabrik vorgesehen. Dadurch würde sich die Zahl der Wohnungen reduzieren. Außerdem ist die Einrichtung von Geschäfts- und Restaurantbetrieben vorgesehen.

Ein neues Stadtviertel in der Nähevom Zentrum und vom Bahnhof

Die auf Grund der Reklamation eingebrachte Umänderung betrifft ein neues Gebäude nahe der Industriestraße. Dieses soll nun um drei Meter nach Süden verlegt werden, ohne allerdings das Gesamtkonzept zu ändern. Die Räte der CSV-, DP- und „déi gréng“-Opposition begrüßten das großzügige Projekt eines neuen modernen Stadtviertels in der Nähe vom Stadtzentrum und vom Bahnhof.

Baustopp „Auf Kriewinkel“

Claude Haagen unterstrich, dass nach der Genehmigung des Teilbebauungsplanes und der geforderten Baugenehmigung die neue Brauerei als erstes gebaut werden soll. Dies soll in einer Konvention mit dem Promotor Saphir so festgelegt werden. Die vorgeschlagene Änderung wurde anschließend einstimmig genehmigt.

Ferner wird die Gemeinde das ehemalige „Guiden Home“ in der rue Kockelberg mieten und dort eine „Crèche“ für 20 Kinder einrichten. Die Taxe für leer stehende Wohnungen wird von 500 auf 1.200 Euro pro Jahr erhöht. Einige Diskussionen gab es um den Vorschlag des Schöffenrates ein Grundstück von 117,16 a im Ort genannt „Auf Kriewinkel“ mit einem Baustopp von einem Jahr zu belegen. Dies sei zum Schutz der dortigen Wasserquellen notwendig, so Haagen. CSV-Rat Paul Bonert sieht in diesem Vorschlag eine Blockade des Bauprojektes für das neue LTA in direkter Nähe des visierten Grundstücks. Der Vorschlag wurde gegen die Stimmen der CSV- und „déi gréng“-Opposition angenommen. LJ