LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Handwerk präsentiert sich auf neuem Webportal „wedo.lu“

Laut einer Umfrage der Handwerkskammer informieren sich 83 Prozent der Verbraucher informieren sich im Web ehe sie ein Produkt oder eine Dienstleistung einkaufen. Die erste Suche führt meist über Google. Die Suchmaschine liefert zwar Millionen Ergebnisse, damit ist man aber noch längst nicht am Ziel. Das Handwerk will den Kunden diese Suche nun erleichtern. Gestern stellte die „Fédération des Artisans“ in der Handwerkskammer das neue Portal „wedo.lu“ vor, das DIE digitale Vitrine des luxemburgischen Handwerks werden soll. Über „wedo“ bekommt der Kunde sofort eine Liste der Betrieb die seine Bedürfnisse erfüllen könnte. Nicht nur die Suche nach Handwerksberufen ist möglich, sondern auch nach Dienstleistungen und Marken etwa.

Der Kunde kann auch sofort einen Kostenvoranschlag anfordern und erfährt auf dem Portal Manches über Spezialaktionen von Unternehmen. Integriert ist auch ein „Jobboard“, auf dem die Handwerksunternehmen Stellenangebote schalten können. „Das Matchmaking zwischen Kunde und Unternehmen ist das Herzstück dieser Plattform“, erklärte gestern bei einer Pressekonferenz Christian Reuter, der beigeordnete Generalsekretär der „Fédération des Artisans“. Rund 150.000 Euro wurden für die Entwicklung der Plattform aufgewendet, auf der soviele Betriebe wie möglich geführt werden sollen. Derzeit, sagt Reuter, würden zahlreiche Handwerker sich das Portal erklären lassen, auf dessen Inhalt sie später über ein „Content Management System“ Zugriff haben. Zwei Vollzeitkräfte betreuen das Portal und stehen den Betrieben zur Beratung zur Verfügung.

Verbindung mit „Letzshop“

Portal und Service müssen sich auch finanziell tragen, deshalb wird von den Unternehmen über eine kostenlose Minimalpräsenz hinaus eine Beteiligung zwischen 499 und 2.490 Euro im Jahr verlangt, je nach Funktionsumfang und Beratungsintensität. „Wedo“ verfügt nicht über E-Commerce-Funktionen. Im September soll das Portal allerdings mit „Letzshop“, der nationalen Plattform für den Einzelhandel verbunden werden. Francine Closener, die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, freute sich darüber, dass so zahlreiche Digitalisierungsinitiativen nun gleichzeitig anlaufen: „Man sieht, dass sich viel bewegt, auch und vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben“. Die würden auch anderweitig stärker unterstützt, unterstrich die LSAP-Politikerin. In den kommenden Wochen werde das Parlament über ein neues Beihilfenpaket befinden, das 27 Prozent mehr Mittel als im vorigen Paket vorsehe. Darunter auch neue Maßnahmen bei der Risikofinanzierung und neue Hilfen für Startups aus traditionelleren Wirtschaftsbereichen.