LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Personal von „Saint Paul“ wehrt sich gegen angekündigte Maßnahmen

Rund 300 Mitarbeiter des Verlagshauses kamen gestern um 13.30 vor dem „Saint-Paul“-Gebäude in Gasperich zum Protest gegen angekündigte Maßnahmen der Direktion zusammen. Neben der Entlassung von 74 Beschäftigten, die schon bekanntgegeben war, wurde letzte Woche nach der Personalversammlung bekannt, dass intern 104 weitere Stellen „reklassiert“ werden sollen und mehrere Mitarbeiter in Frühpension geschickt werden.

Der christliche Gewerkschaftsbund LCGB ist alles andere als erfreut darüber, dass sie vor die Tatsache der Entlassungen und einer neuen Strategie innerhalb des Verlagshauses gestellt wird.

Ganz wichtig ist es dem LCGB, dass es nicht zu der angekündigten Filialisierung, also der Gründung von vielen kleinen Firmen kommt, deren Mitarbeiter dann wohl nicht mehr im Rahmen eines Kollektivvertrags beschäftigt sein werden.

„Das LCGB ist bereit, für die Zukunft mitzudenken, wie die neuen Berufe in den Medien gestaltet werden sollen, aber wir wollen einige Garantien aushandeln.“, erklärte Jean-Paul Baudot vom christlichen Gewerkschaftsbund. Im Rahmen der Protestaktion haben LCGB und eine Personaldelegation Direktor Paul Lehnert ein Schreiben mit drei klaren Forderungen überreicht: Man will einen einzigen Kollektivvertrag für die Mitarbeiter von „Saint-Paul“, eine Personaldelegation sowie eine einheitliche Personalpolitik für die Gruppe.

„Die Leute sind nicht dumm und sich dessen bewusst, dass es dieser Tage in verschiedenen Mediengruppen zu Umstrukturierungen kommt. Der ganze Sektor steckt eigentlich schon seit zehn Jahren in der Krise, auch wenn niemand davon spricht, sei es „Saint Paul“, das Tageblatt oder auch das Journal“, umriss Jean-Paul Baudot die aktuelle Lage.

In den verschiedenen Medienhäusern sei in den letzten Jahren schon sehr viel passiert, aber in diesem Fall sei es noch extremer, weil eine ganze Reihe Maßnahmen gleichzeitig durchgesetzt werden sollen.

Das LCGB will jetzt jeden Fall einzeln überprüfen und herausfinden, ob eine Entlassung oder Frühpensionierung auch wirklich gerechtfertigt ist. Unterm Strich wird die Zahl der Beschäftigten bei „Saint Paul“, sollten die angekündigten Maßnahmen durchgesetzt werden, von rund 500 auf 300 sinken. Vor ungefähr zehn Jahren haben rund tausend Menschen für das Verlagshaus gearbeitet, dessen Belegschaft jetzt im schlimmsten Fall um insgesamt 70% schrumpfen wird.