LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

Das „Last Summer Dance Festival“ startet am 1. September in die sechste Runde

Die Begeisterung kann Tessy Troes (26) aus Mertzig nicht verbergen, wenn sie von der diesjährigen Ausgabe des „Last Summer Dance“ Festivals berichtet. Am ersten Septemberwochenende erwartet die Besucher in Erpeldingen an der Sauer nämlich so einiges an attraktivem kulturellem Input. Auf was genau man sich freuen darf, hat uns die für das Programm zuständige Organisatorin im Interview erzählt.

Wie hat sich das Festival in den bisherigen sechs Jahren entwickelt?

TESSY TROES Im Hinblick auf die ersten Jahre haben wir uns mittlerweile deutlicher als Festival mit eigener Identität etablieren können. Der neue Veranstaltungsort in Erpeldingen unterstreicht die integrative Leitidee des Festivals. Vorher waren wir in Mersch auf einem Acker, da gab es keinen wirklichen Rahmen, der das Ganze zusammenhielt. Im Schlosspark in Erpeldingen gibt es befestigte Wege, die unsere Besucher durch die Angebote leiten. Man gelangt direkt von der Kunstausstellung zu den Workshops, an den Essständen vorbei und landet dann schlussendlich bei den musikalischen Acts. Der Ort selbst ist die beste Illustration für den Geist des Festivals: Wir wollen eine Stätte für die Vielfältigkeit der Integration und ein facettenreiches Miteinander schaffen, was auch eine dynamische Zusammenarbeit von Akteuren und Organisationen aus Luxemburg und dem Ausland beinhaltet. Zudem soll sich vom bloßen Konsum-Festival entfernt werden, wo die Leute sich vor die Bühne stellen und Musik absorbieren. Die Leute sollen aktiv an der Gestaltung des Wochenendes teilhaben.

Was genau erwartet die Besucher also?

Tessy Zunächst einmal gibt es eine Haupt- und eine Akustikbühne. Dann bieten wir zahlreiche Workshops und Diskussionsrunden in verschiedenen Kategorien an. Die einen beschäftigen sich mehr mit gesellschaftlichen Themen, andere fördern eher den kreativen Teil. Zwölf Künstler werden zur Konzeption des Begriffs Identität ausstellen und verschiedene Organisationen werden Informationsstände anbieten, die sich dieses Jahr vorwiegend mit dem Thema Spenden beschäftigen werden. Um ihren Einfluss zu veranschaulichen, wurden Leute eingeladen, deren Lebensweg vom Dienst der Vereine positiv beeinflusst wurde. Einige kleine Stände stellen auch noch handwerkliche Arbeiten aus. Seit Anfang des Festivals bereitet „Délice Végétales“ leckeres, veganes Essen für unsere Besucher zu.

Dieses Jahr sind sie zum ersten Mal mit einem Food-Truck mit von der Partie. Es gibt auch thailändisches Essen, Pfannkuchen und die obligatorischen Grillgerichte sowie „Kniddelen“. Und natürlich kann man auf unserem Campingplatz die Nacht verbringen.

Gibt es dieses Jahr ein Highlight?

Tessy Also eigentlich gibt es mehrere. Viele werden aber wohl unsere beiden Headliner spontan nennen. Ich freue mich sehr, dass die „Los Dueños“ dieses Jahr wieder dabei sind, da sie auch beim allerersten „Last Summer Dance“ aufgetreten sind. Dazu gesellen sich noch „Il Civetto“, eine junge Band aus Berlin, die in dieser Form ihr Debüt in Luxemburg feiern werden. Sonntagabends begrüßen wir auch die Luxemburger von „Seed To Tree“, die wir eigentlich schon seit vielen Jahren kennen und nun das erste Mal bei uns auf der Bühne begrüßen können.

Nach welchen Kriterien werden die Künstler ausgesucht?

Tessy Es ist uns sehr wichtig, die Balance zwischen Acts zu wahren, die momentan in der heimischen Musikszene stärker Präsenz zeigen, und denen, die wir gut finden und die bislang eher unbekannt sind. Da die Mitglieder der Organisation viel auf Reisen sind, lernen wir auch stets neue, interessante Leute kennen. Auf Emma Anders und Charles Viguerie, die mit der Band „Cosmic Roots“ auftreten werden, wurden wir in Kanada aufmerksam. Da sie jetzt einen Monat lang durch Europa touren, hat sich die perfekte Gelegenheit geboten, sie zu uns einzuladen. Die Ausschreibungen für die Kunstausstellung sind immer offen für jeden. Die einzige Vorgabe ist das Thema. Wir teilen die Infos dann durch Kontakte in der Szene und Online-Medien. Von den vielen Bewerbungen mussten wir niemanden ablehnen, das wäre auch gar nicht in unserem Spirit. Die meisten haben auch direkt einen Konzeptvorschlag mit eingereicht, bei dem sie ihre Herangehensweise zum Thema „Identität“ vorgestellt haben.

Was macht ein Festival in Luxemburg attraktiv?

Tessy Meiner Meinung nach gibt es einfach ganz viele Arten von Festivals, welche die jeweiligen Vorlieben der Besucher individuell ansprechen. Das Luxemburger Publikum finde ich aber immer sehr spannend. Man kann hier nie genau voraussagen, welche Faktoren tatsächlich anklingen werden. Die Identität, die man sich als Festival gibt, wird aber dennoch Hauptsache sein. Ein gutes Beispiel hierfür ist das „Food For Your Senses“-Festival, es ist DAS Festival des Landes. Es hat sich selbst ein Denkmal in der heimischen Festivalszene gesetzt. Es verfolgt nicht nur das Anliegen, ein ansprechendes musikalisches Programm anzubieten, sondern ermöglicht es auch, neben dem akustischen Terrain so einiges zu entdecken. Hier finden wir natürlich auch Inspiration. Ein-Tages-Festivals beziehen sich meist auf eine spezielle Nische für ein individuelles Zielpublikum. Viel spannender finde ich es jedoch, ein Festival zu besuchen und sich auf viel Neues freuen zu können.


Am 1. und 2. September in Erpeldingen/Sauer,

samstags 12.00-3.00, sonntags 11.00-22.00. Ticketpreise

und weitere Informationen unter www.lastsummerdance.lu