LUXEMBURG
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30.710 Berichte: „Cellule de renseignement financier“ legt Jahresbericht vor

Wenn es um Geldwäsche und mögliche illegale Geldtransaktionen geht, ist die „Cellule de renseignement financier“ (kurz CRF) in vorderster Front zu finden: Im Jahr 2016 verzeichnete die CRF 30.710 eingegangene Berichte, ein Anstieg um satte 178,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2015. „Doch ist diese Progression außergewöhnlich?“, so die Fragestellung im gestern vorgelegten Bericht. „Nein“, kommt prompt die Antwort aus dem eigenen Hause, denn der Trend ginge mit der Etablierung der E-Commerce-Akteure im Großherzogtum einher, womit auch verdächtige Transaktionen in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union gestiegen seien.

Herausforderungen der Datenerfassung

Die Herausforderung für die CRF sei es daher, mit dieser Vielzahl an Informationen von Transaktionen umzugehen, was die Behörde vor allem vor technische Herausforderungen stelle, nämlich die Daten zu analysieren und die Informationen einer oder mehreren Stellen zur Verfügung zu stellen. Man habe klar dieser Herausforderung angenommen. Unter anderem, indem man sich für eine neue Computeranwendung namens „goAML“ entschieden habe, die vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) entwickelt wurde. Das Jahr 2016 war so der Umsetzung des „goAML-Projekts“ und der Schulung von Analysten und weiteren Mitarbeitern im neuen Programm gewidmet. So sei der Datentransfer in die neue Anwendung Ende des Jahres 2016 erfolgreich abgeschlossen worden - das Programm ist seit dem 1. Januar 2017 operationell.

Auf der anderen Seite habe die Behörde im Bereich der internationalen Zusammenarbeit aktiv an der Entwicklung von FIU.Net mitgewirkt, um den grenzüberschreitenden Informationsaustausch in der Europäischen Union zu ermöglichen. Obwohl es bei dieser grenzüberschreitenden Berichterstattung (der sogenannten „XBR“) technische Schwierigkeiten gibt, die in der Zuständigkeit von Europol liegen, die FIU.Net verwalten, wird der Weg zu einer großangelegten automatisierten Verbreitung weiter verfolgt.

Finanzierung des Terrorismus

Andere Zahlen in dem Bericht verdeutlichen ein zunehmend wichtiger werdendes Thema, nämlich die Finanzierung des Terrorismus. Im Jahr 2016 hat die CRF 70 Erklärungen hierzu bearbeitet, darunter 24 Anträge aus dem Ausland sowie Anträge auf Zusammenarbeit mit anderen zuständigen Behörden.

In Bezug auf den Personaleinsatz mache dieses Thema nun das Äquivalent eines Vollzeitanalytikers aus. Im Personalmanagementplan, der Ende 2017 auf den Weg gebracht werden soll, werde dieser Realität auch entsprechend Rechnung tragen, wie es in dem Bericht heißt.

Anstieg der Verdächtigen aus Portugal

Was die verdächtigen Personen angeht, so führt Frankreich mit 60 vor Luxemburg mit 50 und Portugal mit 38 (Anstieg um 123,53 Prozent). Belgien (33) und Deutschland (22) folgen.

Was die Fälle nach Heimatland der Verdächtigen angeht, so führt hier Luxemburg mit 168, gefolgt von Frankreich mit 38, Belgien mit 31 und Deutschland mit 21, rund 248 Fälle konnten nicht zugeordnet werden. In 36 Fällen wurden entsprechende Sperren durch die CRF angeordnet.