LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

„Woman Business Manager of the Year 2017“ Alexandra Fernandez Ramos über ihre Ideen

Alexandra Fernandez Ramos ist gemeinsam mit Nathalie Dondelinger am Freitagabend als „Woman Business Manager of the Year“ gekürt worden. Zum ersten Mal in der Geschichte des von der „Banque Internationale à Luxembourg“ (BIL) verliehenen Innovationspreises gab es somit zwei Preisträgerinnen. Sie nahmen die Auszeichnung sowie das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro vor 200 Gästen in den Räumen der BIL entgegen (LJ vom 28.04.). Wir haben mit Fernandez Ramos, der Gründerin von „Travelsify“ über ihre Motivation und ihre Pläne gesprochen. Ihr Unternehmen ist ein 2016 in der Tourismusbranche gegründetes Startup. Sein Algorithmus stützt sich bei der Einstufung von Hotels weltweit auf Kundenkommentare und nicht auf Bewertungen.

Warum wollten Sie selbst ein Unternehmen gründen?

Alexandra Fernandez Ramos Während meiner gesamten Karriere habe ich immer neue technologische Dienste für die Unternehmen entwickelt, in denen ich gearbeitet habe, ob nun für große internationale Gruppen oder für kleinere Unternehmen. Innovation, ein Projekt von Null aufzubauen, Teams zusammenzustellen - das war Teil meines beruflichen Weges und meiner Persönlichkeit. Deshalb war es nur natürlich für mich, den Schritt ins Unternehmertum zu gehen und ein technologisches Startup zu gründen.

Warum haben Sie in Luxemburg losgelegt?

Fernandez Ramos Ich lebe jetzt seit zehn Jahren in Luxemburg. Dennoch habe ich mit meinen Mitgründern über den besten Ort für den Start nachgedacht, um „Travelsify“ zu entwickeln. Luxemburg hat sich aus verschiedenen Gründen aufgedrängt: Zunächst ist Luxemburg ein wirtschaftsfreundliches Land - damit will ich sagen, dass die administrativ für eine Gründung notwendigen Schritte vereinfacht sind, Verwaltungen haben eine menschliche Dimension, was in vielen europäischen Ländern nicht so ist. Darüber hinaus hat Luxemburg sein Umfeld für Startups in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Viele neue Strukturen zur Unterstützung von Unternehmern im Bereich Coaching, Begleitung, Kontakten zu Investoren und Zugang zu finanziellen Hilfen sind entstanden. Am Markt gibt es eine echte Dynamik. Schließlich bietet Luxemburg eine zentrale Position in Europa und ermöglicht es uns, Experten aus der ganzen Welt zu rekrutieren, was für ein Startup wie „Travelsify“ aus dem Bereich „Travel Tech“ sehr wichtig ist. Derzeit beschäftigen wir bei „Travelsify“ 15 Mitarbeiter mit sieben verschiedenen Nationalitäten.

Wie wollen Sie wachsen?

Fernandez Ramos „Travelsify“ befindet sich mitten in der internationalen Expansionsphase. Nachdem wir unsere Produkte auf den Markt gebracht haben, vermarkten wir sie jetzt und entwickeln sie gleichzeitig gemäß der Kundenwünsche weiter, damit wir auch bei technologischen Innovationen eine Nasenlänge Vorsprung haben.

Welche Schwierigkeiten hatten Sie, Kapital zu aufzutreiben?

Fernandez Ramos Für das Wachstum und die Entwicklung eines Startups ist dieser Aspekt fundamental. Wie heißt es so schön: Es gibt viele Gerufene, aber wenig Auserwählte. „Travelsify“ hat vergangenes Jahr zwei Millionen Euro „seed funding“ erhalten. Wir haben vor allem auf Investoren des Typs „Business Angel“ in Luxemburg gesetzt und sind mit unserer Wahl sehr zufrieden. Der internationale Ansatz von „Travelsify“, unsere innovative Technologie, unsere einzigartige Position auf dem Online-Travel-Markt sowie die Expertise und Komplementarität der Mitgründer haben uns dabei geholfen, erfahrene Investoren zu überzeugen.

Was bringt Ihnen die Auszeichnung?

Fernandez Ramos Es ist eine Anerkennung des Weges, den ich seit einem Jahr mit „Travelsify“ gegangen bin, durch Schlüsselfiguren der Luxemburger Wirtschaft, und eine Ermutigung für das, was noch vor uns liegt. Der Preis „Woman Business Manager of the Year 2017“ zeichnet nicht nur mich aus, sondern das ganze Team von „Travelsify“. Es ist daher eine Ehre, diesen Preis zu erhalten, der uns vor allem Sichtbarkeit in Luxemburg bringt.