LUXEMBURG

Luxemburgische Schriftsteller haben es nicht leicht, wenn es um die Verbreitung ihrer Werke im Ausland geht. Seitens der Politik wird, angelehnt am Beispiel von Music:LX, vorgeschlagen, einen „Arts Council“ einzurichten, der die Werke luxemburgischer Autoren über die Grenzen hinaus bekannt macht. Der Vorstoß trifft auf ein gemischtes Echo. Es tauschen sich aus: Der Literaturkritiker Jérôme Jaminet und der Schriftsteller Luc François.

Jérôme Jaminet | Literaturkritiker 

„Schriftsteller sollen vor allem eines: schreiben. Wenn sie noch Interviews geben, aus ihren Büchern lesen und mit den Lesern plaudern, dann haben sie ihr Soll bei der Vermarktung erfüllt. Sicher wäre es wünschenswert, wenn mehr luxemburgische Autoren auf internationalen Fachmessen und bei anderen Gelegenheiten networken. Aber Literaten sind keine Literaturagenten. Ein Exportbüro könnte sich um die Vergabe von finanziellen Mitteln kümmern, aber auch um die Ebnung von Vertriebswegen, die Aushandlung von Buch- und Übersetzungsverträgen, die Vermittlung von Autorenresidenzen, die Organisierung von Literaturevents und den Kontakt zur internationalen Presse.“

Luc François | Schriftsteller

„Natürlich wäre ein Export-Helfer auf dem Papier wundervoll, aber funktioniert das in der Praxis? Ist es nicht naiv, anzunehmen, ein luxemburgischer Zusammenschluss sei in der Lage, die hiesige Literatur im Ausland zu propagieren, wenn es schon innerhalb der Grenzen nicht klappt? Literatur aus Luxemburg wird nicht ausreichend wahrgenommen. Darüber hinaus herrscht in Luxemburg ein auffälliges Ungleichgewicht vor: Für bestimmte Gattungen fehlt nach wie vor jeder Nährboden in der Verlagslandschaft, gleichzeitig sind wichtige Stützpfeiler wie die Unterstützungen des Fonds Culturel National an einen Verlag gebunden. Solange vor der eigenen Haustür nicht gekehrt ist, glaube ich persönlich nicht an den Erfolg gleichberechtigter Export-Anstrengungen.“