LUXEMBURG
LJ/DPA

Pilzexperten befürchten schlechte Saison - aber Regeln müssen beachtet werden

Jetzt beginnt die Hauptpilzsaison und dauert bis November an. Viele Feinschmecker und Naturliebhaber profitieren von dieser Zeit, um sich in der freien Natur mit frischen Pilzen zu versorgen. Doch bei der Suche nach Röhrlingen schauen zurzeit viele in die Röhre. Im trockenen Wald fehlen in der Großregion sehr oft die Pilze.

Sammler hoffen jetzt auf länger andauernden Regen. Die ungewöhnlich lange Trockenheit lässt Pilzexperten eine schlechte Saison für Sammler in der Großregion wie Luxemburg, Rheinland-Pfalz oder auch dem Saarland befürchten. „Wenn es nicht im September mal eine Woche durchregnet, wird es ein schwaches Pilzjahr“, sagen Pilzsachverständige wie Frank Krajewski. Der Wald sei immer noch leer. Vielleicht fällt die Pilzsaison aus, wenn es nicht mehr regnet. Was man jetzt findet, seien viele Baumpilze wie zum Beispiel Schwefelporlinge. Sie profitieren davon, dass Holz viel Wasser speichern kann.

Schutzbestimmungen

Wie sieht es aber aus, wenn man eine entsprechende Stelle mit extremem Pilzvorkommen im Wald gefunden hat. Darf man alles abernten? Wie ist die Rechtslage?

In Luxemburg gilt: Alle Pilze sind geschützt, dies ist im Großherzoglichen Verordnung vom 8. Janvier 2010 festgehalten. Und: Naturschutzgebiete und Naturwaldreservate tragen dazu bei, günstige Biotope für Pilze zu schaffen. Hier ist das Sammeln von Pilzen verboten.

So dürfen nur drei Fruchtkörper pro Person und pro Tag (zu Studienzwecken) gesammelt werden, außer von denjenigen essbaren Arten, die im Annex des Reglements aufgeführt sind. Die sind offiziell 55 Arten. Darunter fallen Sorten wie Morcheln, Pfifferlinge oder auch Champions.

Gruppen nicht mehr als drei Kilo

Die Natur- und Forstverwaltung erinnert daran, dass es wichtig ist, sich an Bestimmungen zu halten, welche das ökologisch nachhaltige Sammeln von Pilzen erlauben. So geht aus der bereits erwähnten Großherzoglichen Verordnung vom 8. Januar 2010 hervor, dass nur das manuelle Sammeln von maximal einem Kilo Pilzen pro Person pro Tag für den Eigenkonsum erlaubt ist. Beim Pilzsammeln in Gruppen von mehr als drei Personen ist die maximale Ausbeute auf drei Kilo pro Gruppe und Tag beschränkt.

Zum Sammeln von Pilzen zu kommerziellen Zwecken braucht man eine Ausnahmegenehmigung der Umweltministerin.

Mehr unter www.naturanemwelt.lu