LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Drei Fragen an Pascal Thinnes, Vizepräsident „Regroupement“ bei der ACEL

Mit 39 seiner Mitgliedszirkeln wird auch die „Association des Cercles d‘Étudiants Luxembourgeois“ (ACEL) wieder auf der Studentenmesse Präsenz zeigen sowie Rede und Antwort stehen. Ein Drei-Fragen-Interview.

An Informationen zum Studium fehlt es eigentlich nicht, insbesondere im Internet. Ist das Konzept der Studentenmesse da noch zeitgemäß?

Pascal Thinnes Wir sind der Meinung, dass die Studentenmesse eine wichtige Rolle in der Orientierung der Schüler spielt und das Konzept noch immer in die digitale Welt passt. Der Fokus einer solchen Messe liegt neben dem Erhalt der richtigen und notwendigen Informationen in Druckform eher auf der Kommunikation zwischen Schülern und Studenten. Der direkte Dialog bekommt hier eine Plattform und durch die ungezwungene Atmosphäre stellen die Schüler oft Fragen, die sie in dieser Form nirgends im Internet stellen können, und bekommen Antworten von Studenten, die häufig viel tiefgreifender, präziser und einfacher zu verstehen sind als Informationsseiten im Internet. Außerdem helfen Studenten mit ihren Erfahrungen in den einzelnen Studienrichtungen Schülern, den für sie passenden Studiengang zu finden oder ihnen neue Felder aufzuzeigen, die sie bis dahin nicht in Betracht gezogen haben und erzählen auch aus ihrem Alltag, was im Internet nicht immer so direkt und ehrlich rüberkommt.

Ist es immer noch so, dass sich viele Schüler erst sehr spät für eine Studienrichtung und Uni entscheiden oder gibt es hier eine Veränderung? Wie kann man die Orientierung verbessern?

Thinnes Durch die immer größere Auswahl an Studiengängen ist es nicht immer einfach, unmittelbar die richtige Entscheidung zu treffen. Wir merken selbst, dass Schüler auf 2e gelegentlich noch etwas unsicher sind, trotzdem aber schon eine Richtung im Kopf haben, die sie einschlagen wollen; Schüler auf Abschlussklassen sind oft nicht hundertprozentig entschlossen.

Um das zu ändern, haben wir uns als ACEL in den vergangenen Jahren ständig dafür eingesetzt, die Lyzeen zu besuchen und Informationsveranstaltungen abzuhalten, um den Schülern einen Einblick in die verschiedenen Uni-Städte und Studienrichtungen zu geben und, was in unseren Augen viel wichtiger ist, ihnen zu zeigen, wo sie an die richtigen Informationen kommen, seien es Webseiten, auf einem Event wie der Studentenmesse oder dem „Student fir 1 Dag“.

Bei der Orientierung sehen wir Bedarf für Veränderung. Durch die Gründung der „Maison de l’Orientation“ wurde ein offizieller Rahmen geschaffen, der es ermöglicht, die Orientierung auf nationaler Ebene zu verbessern. Die Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen ist ausschlaggebend, um allen Schülern die besten Chancen zu geben, sich früh genug zu informieren und orientieren.

Mit Blick auf das geplante „Stage“-Gesetz: Was ist die Botschaft der ACEL an die drei Parteien, die demnächst die eigentlichen Koalitionsverhandlungen aufnehmen werden?

Thinnes Das Praktikumsgesetz bleibt in unseren Augen eine Notwendigkeit, um einen klaren Rahmen zu schaffen. Wir sind zu diesem Zeitpunkt mit einzelnen Punkten nicht einverstanden, weil wir der Ansicht sind, dass verschiedene Änderungsanträge an der Gesetzesvorlage eine Einschränkung der Studenten darstellt. Um ein Beispiel zu geben, ist es mit den vorgenommenen Änderungen (vom 12. Juli, d. R.) nicht mehr möglich, zwischen Bachelor- und Masterstudiengang ein Praktikum zu machen, weil ein Student dann nicht an einer Universität eingeschrieben ist. Wir werden aus diesem Grund weiter den Dialog suchen, damit der Rahmen im Interesse der Unternehmen, aber vor allem im Interesse der Studenten ist.