Tolle Songs und perfekt getanzte Choreografien: „Bodyguard - le Musical“ läuft in Paris

Mick Jackson konnte mit seinem Film „Bodyguard“ 1992 einen weltweiten Kinohit landen. In der Titelrolle war Kevin Costner als Leibwächter zu sehen, der die berühmte Sängerin Rachel Marron, von Whitney Houston (1963 - 2012) gespielt, vor einem Stalker beschützen musste. Die Lieder von Houston, wie „I Have Nothing“, „Run to You“ und der von Dolly Parton 1973 komponierte Hit „I Will Always Love You“ sorgten für den musikalischen Rahmen, neben der Originalfilmmusik von Alan Silvestri.

In London feierte die Bühnenfassung des Films im Jahr 2012 Premiere. In Paris wird die von Nicolas Nebot und Ludovic Alexandre Vidal adaptierte Fassung im „Palais des Sports“ gespielt, die Lieder werden dabei in Englisch gesungen. Offiziell führt wie in London oder in Deutschland Thea Sharrock Regie, doch in Paris ist David Eguren der lokale Regisseur von „Bodyguard - le Musical“.

Gegen den Arbeitskodex

Frank Farmer (Benoît Maréchal) gilt als bester Leibwächter schlechthin. Als ihn der Manager Bill Devaney (Alain Azérot) bittet, den Schutz der berühmten Sängerin Rachel Marron (Valérie Daure) zu übernehmen, ist er sehr zurückhaltend. Doch er lässt sich durch Rachels Sohn Fletcher (Mathys Clodion-Gines) erweichen, und übernimmt den Auftrag. Rachel wird von einem Stalker (Enzo Ambrosini) bedroht.

Nur hat das angebliche Sicherheitssystem in Rachels Haus seine Lücken, und ihr Leibwächter Tony (Rémi Creissels) ist komplett überfordert. Als Frank Rachels Schwester Nicki (Cylia) in eine Bar folgt, wo diese ihre eigenen Lieder singt, scheint es zwischen den beiden zu funken. Später begleitet er auch Rachel in eine Karaoke-Bar und landet entgegen seinen Arbeitsregeln in ihrem Bett, was Nicki schwer enttäuscht. Der Stalker kann sich Zugang zu Rachels Haus verschaffen und bedroht Fletcher. Da die Oscar-Verleihung bevor steht, in der Rachel den nominierten Song „One Moment in Time“ singen soll, sucht Frank zusammen mit Rachel, Fletcher und Nicki in einem Blockhaus, das seinem Vater gehörte, Zuflucht. Doch auch hier sind sie vor dem Stalker nicht in Sicherheit.

Evergreens am laufenden Band

Das Neue in dieser neuen französischen Produktion ist, dass ein Orchester die Musik live spielt. Das führt dazu, dass die Soundkulisse lebendiger wirkt und nicht so steif, wie das bei fast allen Musicals im riesigen „Palais des Sports“ der Fall war. Natürlich sind es in Paris, wie zuvor in London und momentan in Stuttgart, die unsterblichen Melodien, welche die Zuschauer begeistern, unter anderem noch „Queen of the Night“ und „I’m Every Woman“. „Greatest Love of All“, „Run to You“, „All the Man That I Need“ und „I Will Always Love You“ sind so eingebaut, dass sie wie in einem richtigen Musical zur Erzählstruktur der Geschichte beitragen und die Gefühlswelten von Rachel und Nicki beschreiben. Viele Lieder werden zu flotten Choreografien von Karen Bruce vorgetragen.

Die Kanadierin Valérie Daure hat eine sehr starke Stimme, und sie singt einwandfreies Englisch. Die Französin Cylia stand zuletzt in Paris in „Priscilla Folle du Désert“ auf der Bühne und kann auch im „Palais des Sports“ als Sängerin mit ihrer ausgezeichneten Stimme überzeugen. Leider wirkt Bodyguard Frank oft sehr steif, wie in den anderen Produktionen. Es scheint, dass Regisseurin Sharrock, respektiv Lokalregisseur Eguren, nichts aus den bisherigen Kritiken gelernt haben. Ein paar Bewegungen, ein paar Schritte und vor allem eine Szene, in der Frank zeigt, warum er einer der besten Bodyguards ist, würden die Sympathien für ihn erhöhen.

Auch in Paris ist „Bodyguard - Le Musical“ eine Show mit tollen Songs und perfekt getanzten Choreografien, die man sich problemlos ansehen kann.


Voraussichtlich läuft das Musical bis zum 11. März in Paris.

Danach folgt eine Tournee. Weitere Informationen

und Tickets unter www.the-bodyguard.fr