LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Handball hat an Popularität gewonnen – FLH-Präsident Camille Gira zieht eine erste Bilanz

Vorbei sind die Zeiten, in denen hierzulande (und auch außerhalb Luxemburgs) nur die Sportarten Fußball oder Basketball zählten. Klar auf dem Vormarsch ist Handball. Das bestätigt auch FLH-Präsident Camille Gira, der seit 2008 im Amt ist. „Handball wird heute in Luxemburg auf einem sehr hohen Niveau gespielt, sowohl in den Vereinen als auch in der Nationalmannschaft“, erklärt Camille Gira.

Dass die körperlich äußerst anspruchsvolle Sportart an Stellenwert gewonnen hat, schreibt Camille Gira verschiedenen Faktoren zu: „Viele Probleme konnten gelöst werden. Vor meiner Zeit gab es viel Tumult innerhalb der FLH. Nun ist Ruhe an der Spitze eingekehrt. Neue Gesichter in der FLH haben eine neue Dynamik bewirkt. Der Liga-Sponsor Sales-Lentz verschaffte dem Handballsport zudem eine neue Identität und eine stärkere Präsenz in den Medien“. Besonders beim Final Four sind die Sporthallen oft bis auf den letzten Platz gefüllt. Diese Spiele gehören mittlerweile zu den ganz großen sportlichen Events in Luxemburg.

Neugestaltung der Benelux-Liga

Auch die Schaffung der Benelux-Liga hat sich auf das Niveau des nationalen Handballs ausgewirkt. „Etwas Ähnliches gibt es in keiner anderen Mannschaftssportart. Luxemburgische Vereine treffen sporadisch auf ausländische Teams und schaffen es auf diesem hohen Niveau mitzuhalten. Der Luxemburger Handball hat viel Potenzial“, betont der Präsidenten der luxemburgischen Handballföderation. Ab der Saison 2014/2015 soll die Benelux-Liga neugestaltet werden. Dann wird zwischen den vier besten luxemburgischen, belgischen und niederländischen Vereinen eine reguläre Meisterschaft mit 22 Begegnungen in Hin- und Rückspielen stattfinden. Gleichzeitig wird auch die nationale Meisterschaft reorganisiert. Genaueres befindet sich derzeit in der Ausarbeitung.

Umstrittene Ausländerregelung

Auch schwierige Themen wurden in den vergangenen Jahren angegangen. „Hinsichtlich der Aufnahme ausländischer Spieler galt es eine Entscheidung zu treffen. Eine erste Bilanz zeigt, dass in keinem Verein übertrieben wurde. Stammspieler sind nach wie vor die Luxemburger. Sich durch ausländische Spieler zu verstärken, finde ich wichtig, da nun mal nicht jeder Verein einen guten rechten Außenspieler oder tollen Torhüter hat. Nirgends sitzt deswegen jetzt ein guter luxemburgischer Spieler auf der Ersatzbank“, betont Camille Gira.

Nachholbedarf im Damenbereich

Vor den Problemen, die weiterhin bestehen, verschießt der FLH-Präsident keinesfalls die Augen. „Im Damenhandball besteht immer noch Nachholbedarf. Im Jugendbereich, vor allem bei den U10, gibt es keinen Grund zur Sorge: 40% sind Mädchen. Wir müssen diese Generation bis nach oben bringen. Das ist nicht einfach“, gibt Gira zu bedenken. Ein weiteres Problem sei das „Loch“ zwischen den fünf besten Mannschaften und den darauf folgenden: „Der Unterschied riskiert zu groß zu werden. Dieses Thema wird von uns nicht außer Acht gelassen. Wir überlegen, diese Vereine vielleicht noch stärker zu unterstützen, etwa bei der Organisation ihres Trainings oder bei der Rekrutierung“.

19 Handballvereine gibt es derzeit in Luxemburg. Besonders im Süden des Landes ist der Handball gut vertreten. Einer der Vereine feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum: Der „Handball Club vun der Gemeng Péiteng.