LUXEMBURG
VANESSA PETER

Beim Sommercamp mit den Pfadfindern in der Schweiz tolle Erfahrungen machen

Wenn ich mit den Pfadfindern, den „Lëtzebuerger Guiden Ermesinde Ettelbruck“, unterwegs bin, schaffen wir Erinnerungen, die für immer bleiben und das bedeutet mir am meisten. In unserer Branche „CaraPio“ (Alterskategorie) sind wir eine kleine Gruppe von acht Mädchen, die sich seit dem neunten Lebensjahr kennt. Gemeinsam haben wir schon viele Sommercamps erlebt und führen jedes Jahr im November ein Theaterstück im „Centre des Arts Pluriels Ettelbruck“ auf. In diesem Sommer war unser letztes Camp als „CaraPio“ und das sollte ganz besonders werden. Unsere Gruppenleiterinnen haben sich dazu entschieden, dass wir unser alljährliches Camp in Kandersteg in der Schweiz im „International Scout Centre“ verbringen.

Wie eine kleine Familie

Wenn wir zusammen kommen ist die Stimmung immer gut, da wir uns bereits so lange kennen ist es fast so als wären wir eine kleine Familie. Die Reise in die Schweiz sind wir mit einem kleinen gemieteten Bus angetreten. Dort angekommen, wurden als allererstes bei etwas Regen die Zelte aufgebaut, denn wie es die Tradition will, wird draußen in Zelten übernachtet.

Vor dem Hauptgebäude fand am darauffolgenden Abend eine Vorstellungsrunde der anwesenden Gruppen statt. Jede Gruppe sollte zeigen, was für ihr Land typisch ist. Die meisten Gruppen haben deshalb traditionelles Essen aus ihrem Land gekocht und jeder konnte probieren. Als Luxemburger haben wir „Kniddelen“ zubereitetet und diese mit Rahm-Speck Sauce und Apfelkompott serviert. Erstaunlicherweise kam unser traditionelles Gericht sehr gut bei den Jugendlichen aus anderen Ländern an. Es war ein toller Abend, an dem viele junge Menschen aus der ganzen Welt teilgenommen haben und am Ende noch gemeinsam getanzt und gesungen haben. Unter anderem waren einige luxemburgische Gruppen da und eine aus Hong Kong, Katalonien, Guernsey und aus England. Doch das sind nur einige von vielen Gruppen aus verschiedenen Ländern, die dabei waren. Unser Montag war gefüllt mit Action, worauf sich jeder freute, denn wir hatten die Chance an Aktivitäten teilzunehmen, die wir so noch nicht gemacht haben. Wir fuhren eine Stunde zur Gemeinde Interlaken, wo die Agentur „Outdoor Interlaken“ Aktivitäten im Wasser, in der Luft und auf der Erde anbietet. Morgens ging es für uns direkt los zum „River Rafting“.

„River Rafting“ und „Canyoning“

Bei dieser Wassersportart geht es darum, dass man in einer Gruppe mit einem Raft einen Fluss befährt, für gewöhnlich ist es Wildwasser, wo der Schwierigkeitsgrad höher ist. Wir saßen zu sechs in einem Schlauchboot und machten aufgeregt die Übungen im Boot auf dem Land mit. Als es dann mit dem Raft in den Fluss ging, war die Freude groß. Es ist etwas Einmaliges eine solche Fahrt mit Freunden zu machen, bei der es hinter der nächsten Kurve gefährlich werden kann. Nachmittags hat uns dann die nächste aufregende Aktivität erwartet. Mit der gleichen Agentur machten wir „Canyoning“. Dabei begeht man eine Schlucht von oben nach unten, dabei muss man sich entweder abseilen, klettern, springen, durch das Wasser rutschen oder schwimmen. Richtig ausgerüstet mit Neoprenanzug und Helm sind wir zu einer Schlucht gegangen und dann erwartete uns schon die erste Herausforderung; das Abseilen von einem 18 Meter hohen Felsen. Mir rutschte erstmal das Herz in die Hose, denn die Höhe ist nicht mein bester Freund. Mit Sicherheitsgurten befestigt haben wir es alle geschafft und den Rest des Mittags sind wir durch Schluchten geklettert und gerutscht.

Spaß und Herausforderung

Während einer zweistündigen Wanderung von Kandersteg aus besuchten wir am Tag darauf bei gutem Wetter den Oeschinensee. Der See gehört zum erweiterten UNESCO-Weltnaturerbe Alpen Jungfrau-Aletsch. Nur 25 Minuten zu Fuß vom See ist eine Rodelbahn, die wir gemeinsam am Mittag besucht haben. Tradition ist der zweitägige Hike, der uns herausfordern soll. Unsere Wanderung begann beim Oeschinensee. Von dort aus ging es in die Berge auf eine Höhe von 2.834 Meter, wo wir in der Blümlisalphütte die Nacht verbracht haben. Am zweiten Tag wanderten wir wieder zurück auf eine Höhe von rund 1.190 Meter zum Camp. Als Abschluss haben wir an unserem letzten Tag in der Schweiz das Dorf Kandersteg besucht, bevor es im Bus wieder zurück nach Luxemburg ging. Das Camp war gefüllt mit Momenten und Ereignissen, über die wir noch Jahre später reden und lachen werden.