LUXEMBURG
VANESSA PETER

Redaktionschefin Martine Wagner gewährt Blick hinter die Kulissen der Jugendzeitung „SLAM!“

SLAM! D’Zeitung fir déi Jonk“ hat bereits die 18. Ausgabe veröffentlicht. Diesmal geht es um Themen rund um „Going Ahead: Insights into Work and Travel“. Verteilt hat die neueste Ausgabe das „Centre national d’Information pour Jeunes“ in Sekundarschulen, der Universität Luxemburg und Jugendhäusern.

Der „Focus“ der neuen Ausgabe befasst sich mit dem Thema „Work and Travel“, dabei beschränken sich die Artikel nicht nur aufs Arbeiten und Reisen, sondern auch auf weitere Formen und Wege ein „Gap Year“ zu gestalten. Der „Focus“ lenkt den Blick auch auf die Chancen, die ein Auslandsaufenthalt bietet, auf eine Auswahl unterschiedlicher Programme sowie auf die verschiedenen Gründe, die Jugendliche dazu bewegen, sich für ein „Gap Year“ zu entscheiden, anstatt gleich ein Hochschulstudium oder den Berufseinstieg in Angriff zu nehmen. Redaktionschefin Martine Wagner erklärt im Interview, wie beim „SLAM“ zu Werke gegangen wird.

Wie kam es zu der Gründung von „SLAM!“?

Martine Wagner Die Gründung der „SLAM!“ geht aufs Jahr 2013 zurück. Ich habe noch nicht im Jugendinformationszentrum gearbeitet, jedoch kam von außerhalb die Frage, warum das Informationszentrum hier in Luxemburg, dessen Hauptfunktion das Informieren von jungen Leuten ist, keine Zeitung hatte. Dann hat sich intern die Frage gestellt, warum eigentlich nicht. Daraufhin hat sich das Ganze dann entwickelt. Erst mal wurde ein Konzept erstellt, überlegt, wie könnte man das machen und es wurden auch Jugendliche mit eingebunden, die dann mit uns geplant haben, wie man das umsetzen könnte. Die Idee bei „SLAM!“ ist, dass man eine Bühne hat, die jedem offen steht, wo er dann etwas präsentieren kann. Die Grundidee der Zeitung ist, dass jeder mitmachen kann und das, was er zusagen hat, präsentieren kann.

Wer schreibt Artikel und wie wird die Arbeit aufgeteilt?

Martine Insgesamt ist es so, dass ein Redaktionstreffen vereinbart wird, an dem die Jugendlichen teilnehmen können, die mitschreiben wollen, sie müssen aber nicht. Bei diesen Treffen wird dann generell über Themen gesprochen, die die Jugendlichen aktuell beschäftigen, aber auch von unserer Seite werden Themen in diese Gespräche eingebracht. Das sind Themen, von denen wir annehmen, dass Jugendliche sich häufig nicht gezielt über sie informieren, obschon sie betroffen sind, wie zum Beispiel Konsumentenschutz oder Politik. Davon wird eine Liste erstellt zu der alle Jugendliche Zugang haben und dann kann man sich für Themen eintragen. Das wird dann vorher mit uns abgesprochen, damit es keine Doppelbelegungen gibt. Es sind nicht nur die Jugendlichen, die Artikel schreiben, sondern auch Mitarbeiter des Jugendinformationszentrums und zeitweise arbeiten auch europäische Freiwillige an dem Projekt mit.

Wie hoch ist der Arbeitsaufwand für die Zeitung?

Martine Im Grunde arbeite ich alleine an diesem Projekt, habe aber natürlich die Unterstützung von anderen Kollegen aus dem Jugendinformationszentrum. Es ist eigentlich ein relativ hoher Arbeitsaufwand. Man muss immer schauen, was man mit den Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, umsetzbar ist. Deswegen kommen aktuell vier Ausgaben der „SLAM!“ heraus und nicht sechs wie zu Beginn.

Was sind die Herausforderungen?

Martine Ich glaube, es ist wie bei anderen Zeitungen auch, der meiste Stress fällt vor Redaktionsschluss an, das heißt, dass man irgendwie schauen muss, dass die Artikel fertig werden fürs Layout. Externe Partner machen das Layout, das machen wir nicht selbst und anschließend wird gedruckt. Die größte Herausforderung ist, dass die Seiten immer nachher aufgehen, ab und zu hat man ein Viertel von einer Seite, das noch weiß ist und dann ist die Schwierigkeit, noch spontan nachzufüllen, gerade, weil eben nicht so viele Leute daran arbeiten. Redaktionsschluss und leere Seiten auffüllen sind die größten Herausforderungen aus meiner Sicht.

Wie kam es dazu, dass in der jüngsten Ausgabe „Work and Travel“ im „Focus“ lag?

Martine Da war es im Grunde so, dass eine Jugendliche sich dafür interessiert hat. Wenn ein Vorschlag gemacht wird, wird die Gruppe gefragt, was sie davon hält, und da war eigentlich jeder sofort einverstanden. Dann schauen wir intern, macht es Sinn „Work and Travel“ jetzt zu machen, das heißt, wann bereitet man sich normalerweise auf so etwas vor. Da wurde uns geraten, dass eben gerade jetzt, November, Dezember und Januar, die Phase ist, in der man sich darauf vorbereiten oder die ersten Organisationen kontaktieren sollte. Deswegen hat es inhaltlich und zeitlich gut gepasst.

Wie wird die Zeitung finanziert?

Martine Das läuft alles über die Partnerschaften, viele Partner kommen aus einem Bereich wie das Jugendinformationszentrum und sind nicht darauf aus, Gewinn zu machen, sondern verfolgen, dass sich die Projekte durch Einnahmen von alleine finanzieren sollen. Das Ziel ist, dass sich das Projekt finanziell von alleine trägt, eben durch Partnerschaften, deswegen ist die Mitarbeit der Jugendlichen freiwillig. Es ist ein freiwilliges Mitmach-Konzept, bei dem die Jugendlichen eher Erfahrungen mit raustragen als Geld. Die Zeitung kostet nichts und ist so für jeden frei zugänglich.

Weitere Informationen unter slam.lu