LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Der Weg vom Freizeitathleten hin zum Profisportler

Nicht jeder, der sportbegeistert ist und gute Leistungen erzielt, kann automatisch selbst entscheiden, sein Hobby zum Beruf zu machen. Es gilt eine Reihe von Bedingungen zu erfüllen, um ins Förderprogramm der Elitesportler des C.O.S.L. aufgenommen zu werden und schließlich von seinem Sport leben zu können. Wohl gehört eine Menge Talent dazu, ohne eisernen Willen und hartes Training geht es jedoch nicht.

Um Teil der im Jahr 1997 gegründeten Elitesportsektion (SSEA) der Armee zu werden, gelten in etwa die gleichen Voraussetzungen. In diese Einheit werden Sportler aufgenommen, die vollzeitlich Hochleistungssport betreiben wollen. Zuvor müssen sie eine viermonatige Grundausbildung absolvieren. Der Antrag wird vom betreffenden Sportverband beim „Département ministériel des sports“ eingereicht. Dieses beauftragt wiederum das C.O.S.L. mit der Begutachtung des Dossiers.

Als Profisportler wird übrigens jemand bezeichnet, dessen Jahreseinkommen den jährlichen Mindestlohn eines qualifizierten Arbeiters mindestens zweimal überschreitet.

Die großen Bedingungen

Ein luxemburgischer Elitesportler muss Luxemburg während Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, den olympischen Spielen oder internationalen Wettkämpfen von hohem Niveau vertreten können und deshalb auch festgelegte Mindestleistungen erbringen. Letzteres ist die größte Voraussetzung. Sowohl Einzel- als auch Mannschaftssportarten kommen dabei in Frage.

Jedes Jahr in den Monaten November/Dezember nimmt das C.O.S.L. die Resultate und vor allem Bestleistungen der in Frage kommenden Sportler unter die Lupe. Diese Prozedur wird ständig wiederholt, d. h. jeder Sportler wird immer wieder evaluiert. Das Mindestniveau der persönlichen Bestleistungen ist für jede einzelne Sportart oder Disziplin genauestens festgelegt und wird ständig angepasst (siehe nebenstehende Tabelle für den Bereich Leichtathletik).

Ein Elitesportler verpflichtet sich dazu, an einer

Mindestanzahl von internationalen Wettkämpfen teilzunehmen, obligatorisch sind Welt- und Europameisterschaften. Natürlich müssen gewisse Resultate erzielt werden. Der Athlet einer olympischen Sportart muss so zum Beispiel spätestens vier Jahre nach seiner Aufnahme in den Elite-Kader ein Niveau erreichen, welches ihm die Teilnahme an den olympischen Spielen sichern würde. Ziel muss es demnach sein, seine sportlichen Ergebnisse auf internationalem Niveau zu verbessern. Nur der Spitzensport soll schließlich gefördert werden.