STEINFORT
JEFF KARIER

Steinfort: Restaurant „An der Villa“ von Thomas Murer eröffnet

Die historischen Räumlichkeiten der Villa Collart sind gut gefüllt als Bürgermeister Guy Pettinger ans Mikro tritt. Das Interesse an dem neuen Restaurant „An der Villa“ in Steinfort ist groß, besonders da Spitzenkoch Thomas Murer in der Küche wirkt. „Es war der große Wunsch der Gemeindeverantwortlichen, die Seele des Hauses zu erhalten“, erklärt Pettinger. Und dies ist auch gelungen.

Denn das Restaurant wie das gesamte Gebäude versprühen eine subtile Eleganz vergangener Tage. Dies vor allem durch den Stuck an den Decken, die aufwendig restauriert wurden, sowie das alte Parkett und die Fliesen, die erhalten wurden. Die gesamte Inneneinrichtung ist hell und freundlich gehalten, durch sanftes und indirektes Licht entsteht aber eine intime und gemütliche Atmosphäre. Dennoch ist „An der Villa“ ein Lokal, das den modernen Ansprüchen entspricht und wohl eine der schönsten Adressen im Westen Luxemburgs.

Sich treu geblieben

Murer, der durch die Werbesendung „Top Chef“ Bekanntheit erlangte und bis vor einigen Monaten Chefkoch im Restaurant „Aal Schoul“ in Hobscheid war, möchte sich auch an neuer Wirkungsstätte treu bleiben. „Wir werden eine Küche präsentieren, die sich an jedermann richtet, die mit guten Produkten gemacht wird und sich durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis auszeichnet“, erklärt Murer. „An der Villa“ werde daher kein weiteres Gastronomierestaurant, allerdings versuche der Chef auch immer wieder mit neuen Kombinationen und Aromen zu überraschen.

So kann man hier etwa für 15,50 Euro ein Tagesgericht bekommen, für 18,50 Euro ein Risotto essen oder sich für 65 Euro von Murers Können bei einem Fünf-Gänge-Menu überzeugen. Auf die Möglichkeit, in Steinfort ein Restaurant zu eröffnen, wurde Murer übrigens durch Gastronomie-Kenner Tony Tintinger aufmerksam gemacht, den die Gemeinde als Berater zu dem Projekt hinzugezogen hatte.

„Letzter Schliff“

Pettinger sprach von einem gelungenen Projekt, das neben dem Restaurant aber noch aus weiteren Teilen besteht, die jedoch noch nicht ganz fertig sind. So erhält etwa die Terrasse in den kommenden Wochen, wie der Bürgermeister es ausdrückte, „den letzten Schliff“. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit, besonders bei den Mitarbeitern von „Sites et monuments nationaux“ und somit auch dem Kulturministerium, die rund 350.000 Euro beisteuerten. Insgesamt kostet die Renovierung und Restaurierung der Villa knapp vier Millionen Euro, wobei nochmal rund 538.000 Euro für die Umgestaltung des Parks hinzukommen samt Wegen, Brücke und mehr. Komplett fertig sei die Villa Collart im Frühling nächsten Jahres. Mit „An der Villa“ steigt die Zahl an Restaurants und Lokalen in der Gemeinde Steinfort auf rund zwölf an, was beachtlich ist. Auf die Frage hin, wie er sich gegenüber der Konkurrenz, etwa in von „Table de Frank“ oder „Apdikt“ behaupten möchte, meint Murer, man sei keine Konkurrenten, sondern Kollegen.

„An der Villa“ auf 15, rue de Hobscheid, ist von mittwochs bis sonntags täglich mittags und abends geöffnet. Weitere Details finden sich in Zukunft unter der Adresse www.andervilla.lu

Historisch wertvoll

DIE VILLA COLLART

Das 1904 fertiggestellte Gebäude, gehörte der industriellen Familie Collart, die unter anderem in Steinfort eine Eisenhütte betrieb. Diente die Villa anfänglich als Doppelwohnhaus richtete die Gemeinde Anfang der 2000er ein Jugendhaus hier ein und wurde auch noch anders genutzt. „Vor paar Jahren wurde klar, dass die Villa in einem zum Teil sehr schlechten Zustand war. Es musste also etwas getan werden“, erklärt Michel Clemen von der Gemeinde Steinfort bei einer Besichtigung der Baustelle vor einigen Wochen gegenüber dem Journal.
Die eigentliche Renovations- und Restaurationsarbeiten begannen im Januar 2016.„Solch historisch wertvolle und besondere Gebäude wie die Villa Collart mit ihrem Park, findet man in Luxemburg nur noch selten“, betont Françoise Bruck vom Architekturbüro Bruck + Weckerle Architekten.
Neben dem Restaurant sind in der Villa unter anderem mehrere Räume, die als Galerie genutzt werden, die Räumlichkeiten samt Archiven des „Syndicat d’Initiative“ sowie zwei große Semiarräume untergebracht.