ESCH/BELVAL
DANIEL OLY

Biomedizinische Forschungsplattform kommt nach Belval

Das „European Life Sciences Infrastructure for Biological Information“ (ELIXIR)-Netzwerk mitsamt seinen Forschungsdaten und seiner digitalen Infrastruktur hat am gestrigen Donnerstag offiziell den Betrieb aufgenommen. Das Zentrum soll es europäischen Forschern erlauben, biomedizinische Datensätze zu bearbeiten, die im Großherzogtum auf Datenzentern des ELIXIR-LU-Ablegers gelagert werden. Die Inbetriebnahme wurde am gestrigen Donnerstag am „Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ (LCSB) entsprechend gefeiert - immerhin leistet ein solches Netzwerk eine wichtige Arbeit in der Forschung der Biomedizin.

Wichtige Infrastruktur

Eine verteilte Dateninfrastruktur, die mit ihrer benötigten Rechenleistung und ihren Kapazitäten auch eine treibende Kraft für die Wirtschaft sein soll: „Es werden völlig neue Jobs entstehen und damit auch neue Wirtschaftszweige bringen. Das ist gut für das Geschäft“, meinte Rudi Balling, Direktor des LCSB.

Der Schritt sei zudem typisch für die derzeitige „Neuausrichtung“ der luxemburgischen Wirtschaft, wie Balling unterstrich: „Die Wirtschaft dieses Landes hat sich mehrfach neu erfunden - von Landwirtschaft und Stahl-Industrie über das Bankenwesen steht es jetzt bei der Digitalisierung. Eine Infrastruktur wie diese ist ein logischer Schritt.“

„Wir müssen einsehen: Biologie und Medizin werden immer stärker durch Daten und digitale Informationen dominiert.“ Das beste Beispiel sei die Genom-Analyse, die große Datenmengen verarbeiten müsse. Eine Ansicht, die auch von Reinhard Schneider, Chef des neu gegründeten ELIXIR-Ablegers in Luxemburg, geteilt wurde.

Auch die Vertreter der Regierung des Großherzogtums unterstrichen, wie wichtig die Forschungseinrichtung für das Fachgebiet der Medizin sei. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch brachte es kurz auf den Punkt: „Eine Investition in Gesundheitstechnologien ist kritisch für den Erhalt unserer Lebensqualität.“

Ähnlich sieht es Marc Hansen, delegierter Hochschulminister, der es als positives Zeichen für den Forschungsstandort Luxemburg sieht; „Das ist ein direktes Resultat der Versuche der Regierung, mehr in Digitalisierung und Forschung zu investieren“, meinte er am gestrigen Donnerstag. Das nunmehr fünfte europäische Infrastrukturprojekt Luxemburgs sende Signale einer diversifizierten, strategischen Neu-Ausrichtung des Landes als Hub international renommierter Forschung und Expertise. „Globale Herausforderungen können nicht national gelöst werden“, betonte Hansen. „Dafür braucht es Kooperation und gemeinsame Forschung.“ Das Endziel einer solchen Forschung: „Wir wollen damit unsere Lebensqualität halten und verbessern. Das geht nur durch neue Forschung.“