LUXEMBURG
LUC SPADA

Vor einem Jahr war Krieg in Aleppo. Und ein Attentat auf den Weihnachtsmarkt am Breidscheidplatz in Berlin. Und dieses Jahr? In fünf Tagen gibt’s Geschenke. In sechs Tagen ist Weihnachten. Danach ist man dick und voll gefressen und dann ist es auch schon wieder vorbei.

„Schreib doch über Weihnachten“, meinte Freundin L..

„Ok. Macht Sinn“, sah ich ein.

Um mich etwas zu inspirieren, wie der Künstler so gerne sagt, waren wir auf den Weihnachtsmarkt der Kulturbrauerei auf Prenzlauer Berg in Berlin. Dieser wurde, kurz nachdem wir gegangen sind, evakuiert, da ein verdächtiger Gegenstand, ein Rucksack, auf sich aufmerksam machte. Würden wir nicht in der Zeit leben, in der wir nun mal leben, wäre die Frage, warum in Gottes Namen, passend zu Weihnachten, ein Rucksack verdächtig sein soll, nicht ganz ungerechtfertigt. Der Gegenstand war harmlos.

Ich aber, ich suchte nach Romantik und ich öffnete mein Herz und alle meine Sinne, die mir zur Verfügung stehen, um sie auch wirklich zuzulassen, diese weihnachtliche Romantik, doch man kann nicht einmal Hand in Hand rumlaufen, da ständig irgendjemand vorbei oder durch will. Es roch nach Bratwurst, Ei und verbranntem Irgendwas, was, wie soll ich sagen, nicht meinen Kriterien von Romantik entspricht.

Doch ich gab nicht auf und machte mich auf den Weg, uns einen Glühwein mit Schuss zu holen, doch die Warteschlange zum heißen Rotwein war in etwa so lang wie die vor einem angesagten Club.

Ich fragte mich, wie diejenigen das machen, die so bezaubernd sinnlich-besoffen herumtorkelten. Bei den voraussichtlichen Wartezeiten schien es mir schier unmöglich, um sich rasch die Kante zu geben.

ICH GAB DENNOCH IMMER NOCH NICHT AUF, konzentrierte mich auf die schönste Idee, die hinter dem Event Weihnachten steckt: Das Beschenken meiner Liebsten, und wer hat am allermeisten ein Geschenk verdient? Richtig! MAMA!

Also schauten wir uns diese kleinen Büdchen an, die viel sehr schönen, das meine ich ernst, nutzlosen Kram ausstellten. Ganz besonders angetan waren wir von so einem kaleidoskop-ähnlichen Fernglas, mit dem man zwar nicht in die Ferne gucken konnte (nutzlos), das aber doch sehr die Fantasie anregte, wie L. zu bedenken gab, also: schön.

Immerhin fand ich aber ein weiteres, auch etwas nutzloses, doch super schönes Ding, an einem Design-Up-Re-Cycling-Stand, was von außen betrachtet ganz dolle funkelte und wenn es geöffnet wurde, sehr schön ist. Passend zu meiner Mama, die auch eher von außen, als von innen funkelt und im Inneren ebenfalls sehr schön ist.

Ich wünsche euch allen ein besinnliches Fest. Gern geschehen.