LUXEMBURG
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Am Mittwoch muss Muller gegen Marin Čilić ran.

Dantesk, episch, verblüffend, schockierend, sensationell - die nationale wie internationale Presse überschlug sich nach dem Achtelfinal-Sieg von Gilles Muller gegen den Weltranglistenzweiten Rafael Nadal in Wimbledon am Montagabend derart, dass man meinen könnte, hier sei es bereits um den Finalsieg gegangen. Das soll Mullers Erfolg nicht schmälern: Mit 15:13 konnte er sich im insgesamt fünften Satz endlich gegen den Spanier durchsetzen - eiskalt und abgebrüht nach fast fünf Stunden behielt er trotzdem einen kühlen Kopf, um den zweifachen Turniersieger von Wimbledon doch noch vom Platz zu schicken. Allein der letzte Satz dauerte insgesamt 2:14 Stunden.

Entsprechend voll des Lobes waren Blätter wie die britische „The Sun“, die das Tennis-As kurzerhand als „Magical Muller“ bezeichnet. Ähnlich lautet et bei „kicker.de“: „Ein Tag, der mit einer Sensation endete.“ Bei „Sport1.de“ baut man den Text aus: „Muller spielt die Saison seines Lebens, er schlägt herausragend auf und folgt dem Service […] ans Netz.“ Großsender „Eurosport“ hingegen nennt es einen „krönenden Abschluss des Manic Monday“. Auch in Luxemburg wird der „Husarenstreich“, wie „Tageblatt“ es formuliert, gebührend gefeiert: „Muller, the king“ heißt es im „Quotidien“, das „Wort“ titelt mit „Weltklasse“.

Viel Lob auf Twitter

Auch auf Twitter war ganz Luxemburg aus dem Häuschen, so lobten sich etwa Kammerpräsident Mars Di Bartolomeo („Maer zidderen all mam Mulles. Geniiaaaal“) sowie Francois Bausch („Bravo Gilles Muller fir di sensationell Victoire, all Respekt!“) auf den Tennisprofi. Der Brite James Ward, selbst Spieler, schrieb: „So happy for Gilles Muller, one oft he nicest guys in the game!!“

Nadal meinte nur: „Eine Niederlage in der vierten Runde war nicht das Resultat, das ich mir erhofft hatte.“ Sportminister Romain Schneider nannte es in einer offiziellen Mitteilung einen „heldenhaften Erfolg“; „Ganz Luxemburg verneigt sich vor diesem für den luxemburgischen Tennissport historischen Spiel und vor dem großen Champion Muller“, lobte er. „Ein Erfolg, der Amateure im Großherzogtum auf Dauer begeistern wird.“ Für die Zukunft wünscht er dem Tennis-As weitere Erfolge.

Muller selbst nannte seine verlängerte Auszeit aus gesundheitlichen Gründen als große Hilfe bei seinem Comeback; er habe durch das lange Aussetzen Zeit gehabt, zu regenerieren. „Ich habe jetzt sehr viel Vertrauen in meinen Körper, das hatte ich zuvor nicht“, sagte der 34-Jährige.

Am Mittwoch muss Muller gegen Marin Čilić ran, den aktuell sechsten der ATP-Weltrangliste. Das Match ums Halbfinale beginnt um 12.00 Ortszeit. Für das Event wurden an vielen Orten bereits „Public Viewing“-Events angekündig; so etwa in Differdingen auf dem Marktplatz oder in der Stadt Luxemburg. Dort soll das Event entweder auf der „Place d'Armes“ oder auf dem Knuedler stattfinden, abhängig von der Übertragungszeit. In beiden Fällen werden die genauen Zeiten erst Mittwoch bekannt gegeben. „Es wird ein schweres Match“, sagte Muller im Wimbledon-Interview. Muller trat bereits zwei Mal gegen Cilic an - beide Male musste er eine Niederlage einstecken, zuletzt im Semifinale des Queens Club kurz vor dem Turnier in Wimbledon.