LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Escher-Mordprozess: Lebenslange Haft für 59-jährigen Jamek M.

Lebenslange Haft wegen Mordes an seiner Ex-Ehefrau, so lautet das Urteil des Bezirksgerichts Luxemburg für den angeklagten 59-jährigen Jamek M. im sogenannten „Escher-Mordprozess“. In der Nebenklage muss der Verurteilte den Familienangehörigen 37.500 Euro moralischen Schadenersatz zahlen. Die Richter der Kriminalkammer konnte M. von seiner angeblichen Geistesabwesenheit nicht überzeugen. M. wurde verurteilt. Das Gericht folgte voll und ganz dem Vertreter der Anklage. Durch die Staatsanwaltschaft wurde dargelegt, dass der Mann seine Frau nicht, wie er ausgesagt hatte, in Verwirrung oder Benommenheit, sondern im vollen Bewusstsein erschossen hat. Der Vertreter der Anklage sprach von eindeutigen juristischen Mordmerkmalen - so könne das Urteil nur lebenslänglich lauten.

Aus Wut über ihren Lebensstil und weil die Frau sich von ihm scheiden ließ hat nach Überzeugung der Kriminalkammer der damals 56-jährige M. am 7. Juni 2015 seine Frau in ihrer Garage in Esch/Alzette aufgelauert und sie mit sechs Schüssen erschossen. Die Frau saß im Auto, als er ihr aus unmittelbarer Nähe zuerst zwei Kugeln in die Schultern und dann vier Kugeln in den Kopf schoss. Vor Gericht hatte er die Tat weder geleugnet noch zugegeben. Er könne sich an die Tat nicht erinnern, so die Verteidigungsstrategie.

Die drei Kinder sind zufrieden mit dem Urteil. Sie wollen, dass der Vater nie mehr aus dem Gefängnis entlassen wird. Es sei unerträglich für die Kinder und Enkelkinder gewesen, detailliert zu hören, wie ihre Mutter ermordet wurde. Der Vater sei ein Tyrann gewesen, sagten die Töchter über ihren Vater im Gerichtssaal.

Der Verteidiger des Angeklagten, Maître Yves Altwies, sagte nach dem Prozess , dass sein Mandant in Berufung gehen werde. Mit dem Urteil sei sein Mandant nicht einverstanden. Er hätte nichts zu verlieren.