LUXEMBURG
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Hosingen: Geldautomat wohl durch „Gassprengung“ aus der Wand gerissen

Mitten in der Nacht ertönt der laute Knall einer Explosion. Zurück bleibt ein erschreckendes Bild der Zerstörung. Ein solches Bild bot sich der Polizei in der gestrigen Nacht in Hosingen. Ersten Erkenntnissen nach sprengten Unbekannte in der Nacht auf Montag gegen 2.45 beim Erlebnisbad einen Geldautomaten aus der Wand und konnten unbemerkt flüchten. Am Gebäude entstand nur leichter Schaden.

Beliebte Vorgehensweise, auch in der Großregion:War es eine niederländische Tätergruppe?

Das Sprengen von Geldausgabeautomaten ist ein Kriminalitätsphänomen, das zurzeit auch in allen deutschen Bundesländern bearbeitet wird, wie die Pressestelle des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamtes (LKA) gegenüber dem „Journal“ bestätigt. Auch in Rheinland-Pfalz steigen die Fälle von gesprengten Geldautomaten.

Hier bewegten sich die Fallzahlen in den vergangenen Jahren auf einem niedrigen einstelligen Niveau. „Im Jahr 2017 gab es 23 Straftaten im Bereich Sprengung von Geldausgabeautomaten. In zwölf Fällen handelte es sich um Versuche, bei denen kein Bargeld erlangt wurde. Im Jahr 2016 kam es zu fünf Delikten, davon zwei Versuchsstraftaten. Eine Fallzahlensteigerung ist damit erkennbar“, wie es von der Pressestelle des LKA weiter heißt. Eine Ermittlungsgruppe unter der Führung des Polizeipräsidiums Mainz, die „AG Bandenkriminalität“, übernimmt zentral die Ermittlungen in Rheinland-Pfalz.

Am gestrigen Montag fand beispielsweise auch eine Sprengung in Oranienburg (Berlin) statt. Es ist bereits die zehnte seit dem 19. Juni in Brandenburg und Berlin. Nach dieser Serie von Sprengstoffanschlägen in Brandenburg und Berlin fahndet die Polizei nach einer Bande aus den Niederlanden. Die Tatausführung und die Spuren wiesen auf die niederländische Tätergruppe hin, die bereits seit Monaten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zahlreiche Überfälle verübt habe, wie es aus Ermittlerkreisen heißt. Auch bei dem Tatvorgang in Hosingen handelte es sich wohl um eine sogenannte „Gassprengung“.

Fahndung nach nordafrikanischen Tätern aus Holland läuft

Sobald bei dieser Art des „Knackens“ die aus dem Druck resultierende, auf die Innenwände des Behältnisses wirkende Kraft, die durch die Außenwand bewirkte Gegenkraft übersteigt - die „Stabilität also überschritten wird“ -, folge die Zerstörung des Behältnisses, wie Experten ausführen. Abhängig von der Höhe des Drucks, Schnelligkeit der Reaktion sowie Konstruktion und Stabilität des Behältnisses kann der Schaden von einer einfachen Öffnung der Tür bis hin zur totalen Zerstörung des Behältnisses einschließlich großräumiger Schäden im Umfeld reichen...

Gestern Nachmittag präzisierte die Luxemburger Polizei dann auch ihre Fahndung: In Zusammenhang mit den beiden rezenten Geldautomatensprengungen in Heiderscheid vom 9. Juni und Hosingen gestern werde nach einer nordafrikanischen Tätergruppe gefahndet, die in Holland wohnhaft sein könnte. Es ist bekannt, dass die Täter mit stark motorisierten Fahrzeugen, höchstwahrscheinlich mit holländischen Kennzeichen, einreisen und sich hier bereits einige Tage vor der eigentlichen Tat aufhalten und die Geldautomaten auskundschaften könnten. Daher bittet die Kriminalpolizei um ihre Mithilfe: Wem sind solche Personen aufgefallen? Wer hat kürzlich Wohnungen, Zimmer oder Campingplätze an Personen aus den Niederlanden vermietet, die gegebenenfalls ins Schema passen?

Für die Tat in Hosingen wird nach zwei Tätern gesucht, die mit Fahrrädern zum Tatort gelangten. Wurden Räder gestohlen? Falls Fahrräder in der Nähe des Tatortes aufgefunden werden, bitte sofort den Notruf unter 113 verständigen .