LUXEMBURG
VIVIANE WEISGERBER-HENGESCH

Die Erziehungsarbeit von Eltern bei ihrem Renteneintritt anerkennen: Das ist Sinn und Zweck der auf Antrag bei der „Caisse Nationale d’Assurance Pension“ (CNAP) gewährten Babyjahre. Eltern bekommen in diesem Fall einen Versicherungszeitraum von im Prinzip 24 Monaten angerechnet. Der Vorteil: Die Versicherungslaufbahn von Beschäftigten wird nicht unterbrochen. Für Viviane Weisgerber-Hengesch gibt es hingegen viele Gründe, die dafür sprechen würden, diesen Versicherungszeitraum auf vier Jahre zu verdoppeln. Zu diesem Zweck hat die zweifache Mutter eine Petition gestartet.

„Mit dieser Petition setze ich mich dafür ein, die ,Baby Years‘ für ein Kind unter vier Jahren von heute 24 Monaten auf 48 Monate zu erhöhen. Ich bin der Ansicht, dass man den Eltern die Wahl überlassen sollte, zuhause bei ihren Kindern zu bleiben, bis diese vier sind - ganztags, wenn sich ein Elternteil das erlauben kann oder auch halbtags. Es gibt viele Eltern, die bis zur Einschulung ihrer Kinder lieber halbtags arbeiten würden, was ihnen ermöglicht, ihren Kleinen noch so Manches mit auf den Weg zu geben. Sowohl die Kinder selbst wie auch die Eltern würden davon profitieren.

Auch wenn die Erzieher in der Kleinkindbetreuung ohne Zweifel hervorragende Arbeit leisten, so habe ich doch meine Bedenken, ob es sich positiv auf die Entwicklung der Kinder auswirkt, wenn sie mit sechs Monaten oder auch mit zwei Jahren in die Obhut einer Kinderkrippe gegeben werden. Es macht auf jeden Fall einen Unterschied, wenn die Eltern sich um die Erziehung ihres Nachwuchses kümmern können. Deshalb sollte man den Eltern auch stärker entgegenkommen.

Der Staat investiert viel in die Kleinkindbetreuung, da dürfte es auch im Bereich des Möglichen sein, die Pensionsbeiträge über vier statt zwei Jahre zu finanzieren, damit die Versicherungslaufbahn der Eltern nicht unterbrochen wird. Ein Elternteil hätte dann immer noch die Möglichkeit, im Anschluss an die ersten vier Lebensjahre Elternurlaub mit dem damit verbundenen Ersatzeinkommen zu beanspruchen. Vielleicht wäre es auch möglich, dass Eltern ein Jahr den halben Elternurlaub anfragen, danach drei weitere Jahre halbtags arbeiten und gleichzeitig die restliche Zeit die Beiträge weiterlaufen. Man sollte auch bedenken, dass viele Eltern ihre Kinder nicht so früh in die Kinderbetreuung geben wollen. Auch in Fällen, in denen ein Kind mit einer Krankheit oder einer Behinderung zur Welt kommt und sich die Suche nach einer passenden Betreuungseinrichtung schwierig gestaltet, bleibt den Eltern wohl wenig anderes übrig, als zuhause bei ihrem Kind zu bleiben.“

Die Petition kann noch bis zum 28. Juni unter folgendem Link unterstützt werden: tinyurl.com/petition1002