LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Vier Fragen an Berichterstatter Gusty Graas

Am 29. September ernannte der parlamentarische Agrarausschuss den DP-Abgeordneten Gusty Graas zum Berichterstatter des neuen Tierschutzgesetzes, dem wir aus diesem Grund vier Fragen stellten. Die vierte Frage stellten wir hauptsächlich deshalb, weil Gusty Graas lange Jahre lang Präsident des luxemburgischen Sportfischerverbandes war.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Punkte im Gesetz?

Gusty Graas Durch das neue Gesetz erhält das Tier in Zukunft einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft. Erstmals wird die Bezeichnung Würde im Zusammenhang mit einem Tier benutzt. Es wird als nicht menschliches Wesen anerkannt, das Gefühle und Schmerzen verspürt. Tiere, die keinen wirtschaftlichen Nutzen darstellen, dürfen nicht sinnlos getötet werden. Zudem werden klare Regeln für die Tierhaltung festgehalten.

Warum hat es so lange gedauert, bis Luxemburg sich ein neues Tierschutzgesetz gibt?

Graas Da es sich um ein sehr progressives Gesetz handelt, war man im Landwirtschaftsministerium darum bemüht, einen juristisch klaren Text zu formulieren. Am 24. Mai 2016 deponierte Minister Etgen das Gesetz in der Abgeordnetenkammer. Der Staatsrat gab sein Gutachten am 17. März 2017. Da noch einige juristische Fragen geklärt werden mussten, konnten wir unsere Arbeit im Agrarausschuss erst im September starten. Dass wir jetzt erst ein neues Gesetz bekommen, ist natürlich auch darauf zurückführen, dass dem Tierschutz in den letzten Jahrzehnten nicht unbedingt den nötigen Stellenwert zuerkannt wurde. Minister Etgen ist es zu verdanken, dass nun endlich ein modernes Tierschutzgesetz auf den Instanzenweg gebracht wurde.

Wann wird das neue Tierschutzgesetz in Kraft treten?

Graas Ich muss betonen, dass wir bisher eine gute Arbeit in der Kommission geleistet haben, dies auch bedingt durch die konstruktive Mitarbeit der CSV. Wir haben mehrere Änderungen am Text vorgenommen und warten nun auf das zusätzliche Gutachten des Staatsrates. Ich glaube aber kaum, dass wir das Gesetz noch vor den Weihnachtsferien im Plenum stimmen werden.

Ist die Sportfischerei nicht auch Tierquälerei?

Graas Jede Tätigkeit mit Tieren muss sich klaren Regeln unterwerfen. Das gilt ebenfalls für die Sportfischerei. Glauben Sie mir, in der Sportfischerei darf und kann es kein Pardon geben. Wer nicht die elementaren Anweisungen befolgt, muss ausgeschlossen werden. Die Sportfischerei ist also keine Tierquälerei. Die besten Hüter über unsere Gewässer sind die Angler. Ich wage zu behaupten, dass ohne ihren jahrzehntelangen Einsatz unsere Gewässer in einem noch schlechteren Zustand wären.