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Spielekritik: Nano Assault Neo

Das deutsche Entwicklerstudio Shin’en hat zumindest für etwas einen ziemlich guten Ruf: Sie können exzellente Grafiken aus jedem Gerät herauskitzeln. Das konnten sie bisher hauptsächlich bei Nintendos tragbaren Geräten unter Beweis stellen, so wurden sie mit Titeln wie „Iridion“ und „Nanostray“ bekannt und von der Spielergemeinde geschätzt. Die klassischen Shoot’em Ups vermochten es, moderne Grafik mit klassischen Gameplay zu verknüpfen. Zum Start der Wii U durften sie sich jedoch auch an dieser neuen Hardware versuchen. Doch kann der Titel auch außerhalb der Grafik Akzente setzen oder handelt es sich hier um reine Augenwischerei?

Ungewohntes Terrain

Nano Assault Neo kommt auf den ersten Blick rüber wie ein ziemlich typischer Twinstickshooter. Das heißt, mit dem linken Stick bewegt man das Schiff, mit dem rechten wird geschossen. Jedoch berechnet das Spiel keine Wellen, sondern lässt die Spieler Areale säubern. Gegner können so ziemlich überall auftauchen und es mangelt nicht an verschiedenen Typen. Kleinere Gegner, die mit einem Schuss zerstört sind, gibt es zuhauf, während sich Größere rarmachen, aber auch wesentlich gefährlicher sind.

Da man sich auf Zellen befindet, die sich ähnlich wie Meteoriten verhalten, spielt das Terrain auch eine gewisse Rolle. Abgrenzungen schränken die Bewegungsfreiheit ein und zwingen zum Taktieren, während auf dem Wii U Schirm die Möglichkeit besteht, durch eine Drehung nachzusehen, was sich auf der anderen, verdeckten Seite des Brockens eigentlich befindet. Ansonsten wird der zusätzliche Bildschirm leider nicht gewinnbringend eingesetzt. Das ungewohnte Terrain kann außerdem sehr verwirrend wirken, da die Kamera den Winkel etwas zu oft verändert und für Desorientierung sorgt. Dennoch hilft der Schirm, um Credit-Marken und noch verbliebene Gegner wiederzufinden.

Zwischen jedem Level gibt es eine kurze Pause, in der man in einem separaten Laden noch neue Waffen und Sonden kaufen kann. Das kann zumindest den Anfang des nächsten Levels erheblich erleichtern, aber Vorsicht: nach jedem zerstörten Schiff geht eine Sonde verloren. Das heißt zugleich, dass die eigene Feuerkraft sinkt und man länger braucht, um die Horden an Gegnern zu bekämpfen.

Glänzende Grafik

Neben den wunderhübschen Grafiken, die vor Lichteffekten und Explosionen nur so strotzen, überzeugt das Spiel vor allem noch wegen eines Schwierigkeitsgrads, der wesentlich härter ist, als man es sonst eigentlich gewohnt ist. Dies fällt jedoch weniger schwer ins Gewicht, da der Titel recht kurz ist. Nach vier Welten à drei Level plus jeweils einem Boss ist bereits Schluss. Drei bis vier Stunden sind eine durchaus übliche Zeit, um alles gesehen zu haben. Wer jedoch auch noch Höchstpunktzahlen knacken möchte und seine Punkte online vergleichen möchte, der wird dank des knackigen Schwierigkeitsgrades auf seine Kosten kommen. Denn dann lohnt sich das Einstudieren der Bewegungsmuster und Levellayouts durchaus. Auch der freischaltbare Überlebensmodus trägt dazu bei, dass man noch gelegentlich zum Spiel zurückkehrt, um noch einmal die Punktejagd zu wagen. Als Downloadtitel setzt Nano Assault Neo zwar keine neuen Akzente, kann jedoch als durchaus gelungenen Startschuss für die Plattform gelten (Erhältlich für 10 Euro auf Wii U eShop).