ECHTERNACH/LAUTERBORN
INGO ZWANK

Ein Blick hinter die Kulissen des Familienbetriebs Mühle J.P. Dieschbourg in Lauterborn

Ein kleiner Betrieb mit Nischenprodukten auf der Erfolgsschiene: Seit 1897 gibt es den Familienbetrieb Mühle J.P. Dieschbourg in Lauterborn bei Echternach. Im Volksmund gibt es heute auch noch die Bezeichnung „Specksmillen“, die auf den Namen der Vorbesitzer, die Echternacher Familie Speck, zurückgeht.

Das Müllerhandwerk ist eine Jahrhunderte alte Familientradition. Schon im Jahre 1740 findet man einen Müller Johann Georg Dieschbourg auf der Echternacher „Follmillen“ (Walkmühle), dessen Vorfahren vom „Dieschburger Hof“ im nahegelegenen Ferschweiler auf deutscher Seite stammen, wie der Familienchronik zu entnehmen ist.

Müller aus Tradition...

1979 übernimmt Jean-Paul Dieschbourg, Vater der Juniorchefin Carole, den traditionellen Mühlenbetrieb alleine. Für ihn steht fest: Müller werden und sein ist kein Zufall in der Familie Dieschbourg, es ist Tradition, Überzeugung, Liebe zum Handwerk und Beruf. Aus jahrzehntelangen Erfahrungen hat die Familie ihr ureigenes, Patent-Dieschbourg’sches „Mahlsystem“ ausgearbeitet, welches auch jetzt noch mit Erfolg angewandt wird. Noch heute werden die Dieschbourg-Mehle nach traditioneller Art gemahlen. Da das Prinzip der Mehl-Herstellung aus Weizen und Roggen mit der Zeit nicht geändert hat arbeiten heute, dank guter Wartung des Maschinenparks, alte und neue Schrot- und Mahl-Stühle, Sichtungen und Schleudern harmonisch nebeneinander. Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude wegen der schweren Kämpfe um die Mühle, damals ein strategisch wichtiger Punkt, schwer beschädigt. Die Müllereimaschinen blieben jedoch fast alle funktionstüchtig und sind bis heute im Gesamtkonzept der Mühle eingegliedert. Neben den diversen Mehlsorten und Backzutaten finden die Kunden auch noch Kindtaufartikel, Dragees und andere Süßwaren.

„Als 1992 Herr Schmit von der Maison Boursy aus Echternach dem jetzigen Inhaber der Mühle empfiehlt, seine Kaffeerösterei weiterzuführen, beschließt mein Vater, auch diese seit 1883 bestehende Tradition des Kaffeeröstens weiterzuführen“, erzählt Juniorchefin Carola Dieschbourg. Von da an wird in der Mühle in Lauterbour-Halte der bestbekannte Café Boursy röstet und im Mühlenladen immer frisch angeboten. Fertig verpackte hochwertige Kaffeesorten stehen stets zum Verkauf an die Bäckerei, Konditorei, die Restauration und die Privatkunden bereit. Und seit 1997 werden neben den traditionellen Kaffeemischungen auch Kaffees aus Fairem Handel (Transfair) geröstet (El Mayal, Pura Vida).

... und stets der Firmenpolitik treu

Dass ein kleiner Betrieb mit einer entsprechenden „Firmenpolitik“ sich auf dem Markt behaupten und dabei auch noch Aspekte wie Produkte aus der Heimat oder „Fairen Handel“ umsetzen kann, erklärt die Juniorchefin: „Wir vermahlen biologische Qualität - mit dieser Qualität und nicht über den Preis oder reine Diskussionen wollen wir die Kunden überzeugen: Regionalität, Respekt im Umgang mit den natürlichen Ressourcen, Nachhaltigkeit und aktiver Umweltschutz prägen unsere Firmenpolitik.“

So vermahlen sie in ihrer Mühle neben konventionellem, regionalem Getreide ebenfalls Getreide aus biologischem und biodynamischem Anbau für die Luxemburger Bio-Bauerngenossenschaft (BIOG). Neben der Qualität der Kaffeebohnen liegt es dem Familienunternehmen am Herzen, eine gewisse soziale Verantwortung zu zeigen. „Wir rösten bereits seit 1997 fair gehandelten Kaffee aus Guatemala.

Nach und nach wurde unser Sortiment so erweitert und umgestellt, dass mittlerweile 70% unseres Kaffees aus fairtrade-zertifizierten Kooperativen stammt - und wir arbeiten weiter daran unser Sortiment in diese Richtung auszubauen. Heute führen wir fair gehandelten Kaffee aus: Äthiopien, Guatemala, Kongo, Mexiko und Honduras“, sagt Carole Dieschbourg. Auch im Bereich des Kaffees setzt die Firma so auf Nachhaltigkeit: Alle seit 2006 eingeführten Kaffees stammen aus biologischem Anbau.
Mehr Infos zum Unternehmen und auch zu den möglichen Führungen
gibt es auch unter www.moulin-dieschbourg.lu