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Polizisten finden tote Mutter und Söhne,Ehemann stellt sich am Freitagmorgen in Saarbrücken der Polizei

Mit rot geweinten Augen führen zwei Mütter ihre Söhne zu dem Haus in der schmalen Straße in Kruft in der Osteifel, zwischen Mayen und Koblenz. Von einem Polizisten werden sie an der Absperrung vorbei begleitet, dann legen die Kinder am Freitag zwei Rosen für ihre Klassenkameraden am Eingang des schmalen Einfamilienhauses ab, an dem alle Rollläden heruntergelassen sind. Dort arbeitet am Freitagmorgen noch immer die Spurensicherung. Die niedergelegten Rosen liegen vor der Tür. Der Glaseinsatz ist zersplittert - er wurde von der Polizei eingeschlagen, um ins Haus zu kommen.

In dem Haus starben wohl bereits am Donnerstag zwei Jungen im Alter von sieben und neun Jahren und ihre 43 Jahre alte Mutter. Bei Tagesanbruch am Freitag, um 04.40, stellte sich der 47-jährige Familienvater in Saarbrücken der Polizei. Im Saarland leben Verwandte von ihm, sie begleiteten ihn zur Wache.

Mann stellt sich im Saarland der Polizei

Er habe seine Familie umgebracht, sagte er den saarländischen Beamten. Zwanzig Minuten später drangen Polizisten der Polizeiinspektion Andernach in das Haus in Kruft im Landkreis Mayen-Koblenz ein. Sie fanden die tote Frau und ihre Söhne. Alle drei starben durch Gewaltanwendung, davon zeugten Blutspuren am Tatort. Details wollte die Polizei am Freitag nicht nennen. Erst sollte der Vater aus dem Saarland überführt und die Leichen obduziert werden.

In der Gemeinde Kruft leben etwa 4.000 Menschen. Sie stehen unter Schock, als sie die Nachricht erhalten. Der Unterricht fällt aus, Notfallseelsorger kümmern sich um die Klassenkameraden auf dem Schulgelände. „Das ist für alle unfassbar“, sagt Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel. Anzeichen für die Tat habe es nicht gegeben.

Kollegen ist nichts aufgefallen

Der festgenommene Familienvater habe mit seiner Familie seit zwölf Jahren in dem Haus in Kruft gelebt. Seine Söhne seien dort in die Schule gegangen. Der Mann habe in Teilzeit beim Bauhof der Gemeinde gearbeitet und sei für die Pflege der öffentlichen Grünflächen zuständig gewesen. Seine Kollegen arbeiten am Freitag in der Nähe des Tatortes, sie wollen sich nicht äußern. Nur einer lobt ausdrücklich die Arbeit des Mannes, der für die Gemeinde unter anderem Beete gepflegt hatte. „Da gab es nie etwas zu beanstanden“, sagt er. Auch mehrere Anwohnerinnen sagen, ihnen sei nie etwas Besonderes aufgefallen. Die Mutter der Familie habe Haushaltswaren verkauft, man kenne sich flüchtig, sagt eine. „Eine nette Frau“, so die Meinung einer Nachbarin.