Unser Premierchef hat im anstehenden Monat allen Grund zum Feuchtfröhlichsein, kann er im Dezember doch gleich neun-, vielleicht sogar zehnmal die Tassen hochheben. Und zwar an den jeweiligen Adventssonntagen, am Nikolaustag, an Weihnachten, an Silvester, an seinem Geburtstag (der fällt in diesem Jahr allerdings mit dem 2. Advent zusammen), am 21. Dezember (da feiert er 30 Jahre Regierungszugehörigkeit) und - jedenfalls theoretisch - irgendwann Ende des Monats, wenn er definitiv wissen dürfte, ob er denn nun tatsächlich einmal das ungeliebte Eurogruppenchefdings los wird oder - aus Mangel an passenden Kandidaten- doch wieder nicht.

Am dollsten freuen wird sich Juncker aber bestimmt über das Geschenk, das er gestern von einer hochrangigen Delegation der Erzbistumszeitung für sein 30-jähriges Regierungsjubiläum überreicht bekommen hat, nämlich ein „virtuelles Mosaik zum Anklicken“ (dixit „Wort“), das aus 1.500 Einzelbildern mit Szenen aus dem Leben des JCJ besteht und zusammen ein Porträt des Premierchefs ergibt.

Eine perfide Sache, kann sich dieser doch nun jeden Tag selbst anklicken und dabei feststellen, dass einen 30 Jahre als Ministermensch auch nicht unbedingt jünger machen. Sogar Tony Blair, dem ungeliebten Inselmann, hat er früher mal berufsbedingt die Hand gegeben, und Pfeife geraucht hat Juncker aucheinmal - das wirkte seinerzeit seriöser.

Den grantigen Gesichtsausdruck, den beherrschte unser Jubilar allerdings schon immer...