PASCAL STEINWACHS

Das war’s. Der Wahlkampf neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu, auch wenn ein Großteil der Kandidatinnen und Kandidaten höchstwahrscheinlich bis zur letzten Minute um die Gunst der Wähler kämpfen wird, entscheiden sich einer rezenten Umfrage zufolge doch 16 Prozent der Wähler erst in der letzten Woche, vier Prozent einen Tag vor den Wahlen, und fünf Prozent sogar erst in der Wahlkabine, welchen Kreis sie schwärzen beziehungsweise wo sie ihre Kreuzchen machen. Dass der Wahlkampf gelaufen ist, das wird aber auch daran ersichtlich, dass es in den vergangenen Tagen viel weniger Einweihungen und fast keine Pressekonferenzen der Regierungsmitglieder und der politischen Parteien mehr gab, nachdem sich die Termine in den Wochen zuvor regelrecht überschlagen haben.

Den Abschluss ihrer jeweiligen Wahlkampagnen feierten gestern Abend dann auch gleich zwei Parteien, nämlich die CSV und „déi gréng“, die hierfür in den Limpertsberger „Tramschapp“ beziehungsweise die Bonneweger Rotunden eingeladen hatten, derweil die heute Abend auf der „Schéiss“ stattfindende „de Premier bei Iech“-Veranstaltung gleichzeitig den Abschluss der liberalen Wahlkampagne bildet.

Die vier Spitzenkandidaten der LSAP hatten ihrerseits bereits am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz im Merler Park eine Bilanz des Wahlkampfes gezogen, auf der ihr nationaler Spitzenkandidat Etienne Schneider noch einmal darauf hinwies, dass es am Sonntag nicht nur um die Wahl von Personen oder Parteien gehe, sondern um die Wahl zwischen zwei Einstellungen, nämlich zwischen einer Politik der Angstmacherei und Schwarzmalerei und einer Politik des optimistischen und pro-aktiven Handelns, womit der Vizepremier natürlich ganz klar zu einer Weiterführung der aktuellen Regierungskoalition aufrief.

Die Politik dieser Regierung verteidigen wird Schneider mit Sicherheit aber auch noch einmal bei der morgigen Eröffnung der Herbstmesse, bei der sich die Politiker wahrscheinlich ein allerletztes Mal auf die Füße treten werden, um den Wahlkampf dann am Abend auf der Museumsnacht, die ja schließlich auch von potenziellen Wählern besucht wird, ausklingen zu lassen.

Ab nächster Woche, wenn alles wieder seinen gewohnten Gang gehen wird, dürften dann einige der Kandidaten, zumal wenn sie ein politisches Mandat innehatten und zu den Verlierern gehören, allerdings in ein schwarzes Loch fallen, nachdem sie in all den Wochen zuvor Abend für Abend „on Tour“ waren, auch wenn sie dabei wahrscheinlich jeden Tag die gleichen Reden gehalten, und auf die gleichen Fragen geantwortet haben.

Der Wahlkampf 2018 dürfte indes vor allem wegen der peinlichen Sprachen- und Identitätsdiskussion in Erinnerung bleiben, die von der Politik herbeigeredet wurde, jedoch nur eine Minderheit der Wähler tatsächlich interessiert hat. Auch hat es diesem Wahlkampf gehörig an Pep gefehlt, gingen die politischen Gegner doch diesmal miteinander um, als würden sie demnächst zusammen ins Ferienlager fahren. Gut, dass am Sonntagabend Klarheit herrscht...