LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Das dritte „Nordic Film Festival“ startet am 3. Juni in Luxemburg

Der Ire Geoff Thompson organisiert seit Jahren die „British & Irish Film Season“ und seit 2014 das „Nordic Film Festival“, das einen Einblick in das Filmschaffen der Länder aus dem Norden Europas, also Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island ermöglicht. Thompson arbeitete 1989 für eine dänische Firma in Luxemburg, auf seine Kinder passte damals ein finnisches Au-air-Mädchen auf. „Dadurch lernte ich die nordische Gemeinschaft in Luxemburg kennen, für die ich eine besondere Liebe entwickelte - auch für ihre Filme.“ Die dritte Ausgabe wird vom 3. bis 7. Juni im Kino „Utopia“ und der Cinémathèque stattfinden. Aus jedem Land wird ein Film gezeigt.

Fußballspieler und Pedanten

Das kleine Festival wird mit dem dänischen Sportsfilm „Sommeren ‚92“ (The Summer of ’92) eröffnet. Regisseur Kasper Barfoed erzählt von der Teilnahme der dänischen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 1992, die für die Mannschaft aus Ex-Jugoslawien nachgerückt war und dann Europameister wurde. „Hrútar“ (Rams) von Grímur Hákonarson gewann etliche Preise, unter anderen den Preis „Un certain regard“ in Cannes 2015. In Island haben die Brüder Gummi (Sigurður Sigurjónsson) und Kiddi (Theodór Júlíusson) seit Jahren kein Wort miteinander geredet. Doch nun müssen sie zusammen gegen die tödliche Traberkrankheit, die ihre Schafe befallen hat, kämpfen.

Der norwegische Film „Bølgen“ (The Wave) von Roar Uthaug gehört in die Kategorie der besseren Katastrophenfilme: Der Geologe Kristian (Kristoffer Joner) muss seine Familie vor einem Tsunami retten, der von einer herab fallenden Felsschicht in einen Fjord ausgelöst wird. In der schwedischen Komödie „En man som heter Ove“ (A Man Called Ove) von Hannes Holm dreht sich alles um Ove (Rolf Lassgård), der streng pedantisch sein Haus und die Umgebung herum unter Kontrolle hat, bis er in Rente geschickt wird und zudem eine recht unorthodoxe Familie ins Nachbarhaus einzieht.

Die finnisch-estnische Coproduktion „Miekkailija“ (The Fencer) von Klaus Härö spielt in Estland, wohin der Fechter Endel Nelis (Märt Avadi) 1952 flüchtet. In einer Küstenstadt nimmt er eine Stelle als Sportlehrer an und kann die Kinder mit seinem Fechtkurs begeistern. „Miekkailija“ war dieses Jahr bei den Golden Globes in der Kategorie bester fremdsprachiger Film nominiert. Das Kino aus den skandinavischen Ländern hat seit langem das Kino auf der ganzen Welt erobert. Zwei vergangene Festivals mit nordischen Filmen bewiesen spezifisch die Qualität dieser Filme. Dieses Jahr kann Organisator Geoff Thompson wieder auf die Mitarbeit der Botschaften der vier skandinavischen Länder sowie Island gezählt werden, Die Anlageberaterfirma Sparinvest ist Hauptsponsor. Das Publikum kann dieses Jahr wieder seinen Lieblingsfilm wählen. Schade ist nur, dass alle Film nur einmal laufen.


www.nordicfilmfestival.lu