LUXEMBURG/HIGH WYCOMBE
SIR DANIEL „BOMBER“ OLY

Taktische und strategische Bomber-Verwaltung - „Bomber Crew“ im Test

Feindflieger auf sechs Uhr! Zehn Me-109-Jagdmaschinen stürzen sich auf unseren hilflosen Bomber herab. Nicht verzagen: Schnell markiert, schon feuern die Bordschützen aus allen Rohren. Und bloß nicht das Missionsziel aus den Augen verlieren. Schnell die Bomben abwerfen und dann nichts wie weg. Hoffentlich reicht der Sprit noch bis nach Hause - der rechte Tank ist schon getroffen.

Der Job als Missionsleiter in „Bomber Crew“ ist hart: Das Management-Spiel gibt dem Spieler die volle Kontrolle über eine Besatzung eines Bombers im zweiten Weltkrieg. Wir haben uns das spaßige Spiel im Comiclook angesehen.

Süchtig machendes Micro-Management

In „Bomber Crew“ mimt man den Konflikt ab 1940 aus einem alles sehenden Kommandosessel nach. Neben der Auswahl von Missionszielen und der Ausrüstung des Bombers für den nächsten Einsatz muss sich deshalb auch um die Besatzung gekümmert werden. Das heißt: Pilot, Navigator, Schütze, Bombenrichtschütze, Ingenieur - und alle haben einen festen Job, um den sie sich kümmern müssen. Sitzt der Navigator etwa nicht auf seinem Posten oder fliegt der Pilot zu hoch über den Wolken, dann stimmt der Kurs plötzlich nicht mehr und der Bomber findet nicht mehr den Weg nach Hause. Wird die Elektrik durch Beschuss beschädigt, muss sofort repariert werden.

Damit ist ständig etwas los, denn die Besatzung greift nicht selbstständig ein, sondern muss in typischer Micro-Management-Manier vom Spieler eingewiesen werden. Da kommt in knackigen Momenten - starker Beschuss, viele Feindjäger, gleichzeitig Bombardements durchführen - auch mal Hektik auf. Aber das Spiel bleibt immer fair und macht dadurch so richtig süchtig: Man will einfach besser werden, schneller reagieren, seine Crew sicher nach Hause bringen.

Das ist nämlich längst nicht garantiert - der Vogel kann abgeschossen werden, die Mannschaftsmitglieder sterben. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig in Upgrades zu investieren. Wie neue Panzerwesten oder Schlauchboote, wenn der Bomber notwassern muss. Weil die Crew auch durch überlebte Missionen besser wird, ist das durchaus im Interesse des Spielers.

„Bomber Crew“ macht also durchaus Laune, das Spiel hat sehr viel Potenzial.

Auf der Plattform STEAM erhältlich für 15 Euro.