PASCAL STEINWACHS

Bei der CSV, noch mehr aber in der Regierung dürften sie gestern beim Lesen von „lessentiel.lu“ enorm groß aufgeatmet haben, erklärte Premierchef Juncker hier doch in aller Glasklarheit, dass sein Rückzug von seinem zeitaufwändigen Eurogruppenposten beileibe nicht bedeutet, dass er sich endlich wieder mehr um Luxemburg kümmern wird. Denn das brauche er nicht, habe er dem Land doch niemals den Rücken gekehrt „und Wichtiges nie vernachlässigt“.

Den Chefposten der Eurogruppe gebe er nur ab, „um mehr freie Zeit für mich zu haben und nicht fürs Geschäft“. In anderen Worten: Im Tagtäglichgeschäft dürfen weiterhin die anderen drauf los werkeln, derweil Juncker nach langer Dauer wieder seinen Hobbys nachgehen kann, ob das nun das Flipperspielen in der staatsministerlichen Garage ist, das Doktorhutsammeln, das Anderespitzenpolitikerknutschen oder das Rilkelesen.

Überschrieben ist das „lessentiel.lu“-Gespräch mit Juncker übrigens mit „Ich schulde Luxemburg die Wahrheit“, und das passt phänomenal zu unserem heutigen Topthema (siehe oben, nächstseitig, nochweitiger und anderswo), wo der Premierchef fast so hohe Prozentsätze vorweisen kann wie im jüngsten „T“-Politbarometer...