LUXEMBURG/GEILENKIRCHEN
INGO ZWANK

Ohne Luxemburg gäb es den Awacs-Verband so, wie er heute operiert, wohl nicht

Die von 17 Nationen (Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn und USA) betriebene Luftaufklärer-Flotte ist das fliegende Auge der NATO. Die Besatzungen setzen sich aus 15 Nationalitäten zusammen - Großbritannien hat eigene Awacs-Flugzeuge, Luxemburg stellt kein Personal. Dort sind die Flugzeuge jedoch registriert und versichert.

„Das Großherzogtum hat erst die Awacs-Flotte möglich gemacht“

„Die Anmeldung der Awacs-Flotte unter luxemburgischer Flagge war damals notwendig, ‚um ein Problem zu lösen‘, denn kein anderes Land wollte es“, erzählt Direktor Patrick Heck von der „Direction de la défense, MAEED“, „die Länder wollten nicht, dass die Awacs-Flieger der NATO Teil der eigenen nationalen Luftwaffe werden sollten.“ So hat sich Luxemburg angeboten, diese Flotte unter den „roten Löwen“ zu stellen „und das Großherzogtum hat damit erst die Awacs-Flotte möglich gemacht.“

So ist die Flotte in Luxemburg eingeschrieben, fliegt aber unter dem Kommando der NATO - unter dem politischen Mandat des NATO-Rates. „Dies zeigt die Verbundenheit des Großherzogtums mit der NATO“, sagt Heck. „Besonders nach dem 11. September 2001 waren die Awacs-Maschinen im amerikanischen Luftraum präsent, um diesen abzusichern, wodurch der Luxemburger Löwe besonders präsent war.“

Der Einsatz der Awacs-Maschinen sei damit eine Demonstration vom NATO-Zusammenhalt und der NATO-Solidarität unter dem Schutz des Luxemburger Löwen. „Die Awacs-Flotte kostet Luxemburg keinen Extrabeitrag im Rahmen der Nato-Mitgliedschaft, außer den normalen Mitgliedsbeitrag im Rahmen des Nato-Haushalts“, erklärt Heck.

Luxemburgs Rüstungsausgaben

Das Großherzogtum hatte 2014 angekündigt, der NATO-Forderung, das finanzielle Engagement innerhalb des Bündnisses zu erhöhen, nachzukommen und den Betrag von 0,4 auf 0,6 Prozent des BIP aufzustocken. Dies würde ein mehr von jährlich rund 100 Millionen Euro bedeuten, somit rund 300 Millionen Euro. Laut der Liste des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri veranschlagte das Großherzogtum 2016 266.000.000 Euro im Verteidigungshaushalt.

Im Falle eines Flugunfalls würden auch die Kosten auf die Mitglieder entsprechend umgelegt. Diese Präsenz plus die lange Tradition im Lufttransport sowie die Erfahrungen der AirRescue zeige, dass Luxemburg - und damit auch die Armee - „entsprechende Erfahrungen aufweisen kann in diesem Bereich“, sagt Heck gegenüber dem „Journal“.

Die Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Francine Closener, ergänzt diesbezüglich: „Die Registrierung der AWACS-Aufklärungsflugzeuge ist seit jeher ein klares Bekenntnis des Großherzogtums zur transatlantischen Gemeinschaft. Jeder Einsatz der AWACS Flugzeuge irgendwo auf der Welt zeigt und belegt auch visuell die starke Verbundenheit Luxemburgs zur NATO und seinen Verbündeten.“