LUXEMBURG/MÜNCHEN
MARC GLESENER

Das Großherzogtum sorgt für Schlagzeilen im Internet

Die Internet-Redaktion des deutschen Nachrichtenmagazins „FOCUS“ hat das Großherzogtum definitiv im Visier. Stundenlang war Luxemburg am vergangenen Samstag das Top-Thema auf einer der wohl bekanntesten deutschen Internetseiten. „Luxuslohn und Rentenrausch - die Sozialsause in Luxemburg ist vorbei“, der Titel des Beitrags hat(te) es in sich. Und was dort zu lesen stand, war (und ist noch immer) wenig schmeichelhaft für das Land, das wie Redakteur Clemens Schömann-Finck schreibt, nur „auf den ersten Blick paradiesisch zu sein scheint“. „Dunkle Wolken ziehen am Horizont auf“, so der Schreiber, der sich eingehend mit Staatsfinanzen, Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitslosigkeit und Pensionen beschäftigt und dabei eine ganze Reihe Experten aus Luxemburg zitiert. So kommen in dem Beitrag unter anderem ABBL-Präsident Ernst-Wilhelm Contzen und KPMG-Chef Georges Bock zu Wort.
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass FOCUS in den letzten Wochen Luxemburg ins Visier nimmt; mit kantigen Titeln und nüchternen Analysen.
„Vom Musterschüler zum Problemfall“ oder „Schlaraffenland ist abgebrannt“, das alles sind Headlines in der internationalen Presse, die weh tun und nicht gerade positiv fürs Image Luxemburgs in der Welt sind. Fragt sich, warum die „FOCUS“-Leute sich
so aufs Land eingeschossen haben. Eine Kampagne mit Fernziel, oder einfach nur ein journalistischer Ansatz, möglichst breit zu informieren? Oder etwa ein Zufallsprodukt in einer Zeit mit magerer
Informationslage? Letzteres dürfte wohl kaum
der Fall sein. Das alles sieht dann doch nach organisierter Kampagne aus.
Wie dem auch sei, das, was die Redakteure über Luxemburg recherchiert und an Fakten zusammengetragen haben, gibt denen im Land Recht, die seit Monaten, ja sogar seit Jahren vor Fehlentwicklungen warnen und tiefe politische Reformen anmahnen. „FOCUS Online“ hält im Grunde dem Land den Spiegel vor. Die Zitate, die wir an dieser Stelle veröffentlichen, sprechen für sich.