LUXEMBURG
DANIEL OLY

Luxemburgs einziges Roboter-Fußballteam im Einsatz im Museum

Die Robo-Kicker von Luxemburgs erster Fußballmannschaft aus Robotern hatten gestern ihren vorerst letzten öffentlichen Auftritt. Denn: Für „Luxembourg United“ geht es bald im internationalen „RoboCup“ um Alles. Das Team hat sich für den Wettbewerb qualifizieren können und nimmt in den kommenden Monaten an den Spielen teil. Doch bevor es soweit war, stattete man dem historischen Museum der Stadt Luxemburg (MHVL) einen Besuch ab.

Sport, Religion und Roboter

Dies im Rahmen der Ausstellung „Football, Hallelujah!“, in der allerlei Kuriositäten aus der Welt des Fußballs und seiner Anhänger ausgestellt werden. Fußball als Religion: unter anderem Diese Überschneidung wird thematisiert. Neben speziellen Workshops zur Passion Fußball und all seinen Extremen - besonders für Schulen und Schüler gedacht - gibt es in der Ausstellung deshalb auch gesammelte Erinnerungsstücke aus der Fußballgeschichte: Ein Stück Rasen vom Weltmeisterschafts-Finale 2006 aus dem Münchner Olympiastadion beispielsweise. Dieser „heilige Boden“ soll denn auch die Überschneidung andeuten, um der es in der Ausstellung geht. Diese läuft bereits seit dem 8. Oktober und dauert nur noch bis zum 12. März. Interessenten sollten sich also sputen. Beeilen müssen sich aber auch die Robo-Kicker. Denn rezente Regeländerungen für den diesjährigen „RoboCup“ bedeuten, dass das Team etliche Zeilen an Programmiercode neu schreiben musste: „Das Spielfeld hat sich total verändert. Aus Filzboden wurde jetzt ein acht Millimeter hoher Kunstrasen“, erklärt Teammitglied Guendalina Palmirotta aus Mamer. Die Studentin, die selbst Fußball spielt, versteht den Schritt trotzdem: „Es soll einfach alles realistischer werden“, meint sie.

Den Robotern das Laufen auf dem anderen Boden beizubringen, sei dennoch schwierig gewesen. Aber: Qualifiziert ist qualifiziert. Jetzt geht es für das Team ans Eingemachte. „Es ist schon erstaunlich, wie weit wir gekommen sind. Die Qualifikation freut uns daher sehr“, meint Dr. Patrice Caire. Jetzt fehle eigentlich nur noch ein Sponsor, meint sie lachend. „Dann können wir auch endlich Show-Spiele mit vollen Mannschaften veranstalten“.

Die Show-Einlagen versteht das Team eindeutig auch als Möglichkeit, um die Jugend für die Programmierung von Robotern zu begeistern. Was blinkt und lustig winkt, sorgt für Beliebtheit beim Publikum. Gleichzeitig schafft es Interesse am Thema. „Wer weiß, vielleicht haben wir irgendwann Robotik-Kurse in der Schule“, meint das Team augenzwinkernd. Das Publikum zeigte sich jedenfalls engagiert, nahm eifrig Notiz von den Robotern und fotografierte und filmte, was das Zeug hielt.

„Luxembourg United“ denkt deshalb auch bereits darüber nach, ein mobiles Spielfeld anfertigen zu lassen, mit dem man dann durchs Land reisen und so vielleicht auch Nachahmer anspornen könnte. Wenn die Besucherzahlen der früheren Ausstellungen ein Indikator sind, dann scheint das Interesse jedenfalls zu existieren.