PARIS
AP

 Mit einer Kranzniederlegung und einer Schweigeminute hat Frankreich am Montag an die Pariser Anschläge vom 13. November 2015 erinnert. Die Zeremonie mit Präsident Emmanuel Macron fand im Stadion Stade de France an der Gedenkplakette für den portugiesischen Einwanderer Manuel Dias statt, dem ersten von 130 Todesopfern der Angriffe islamischer Extremisten.

Die Gedenkfeier wurde fortsetzt in Cafés im Osten der Stadt, wo die Namen der 29 Menschen vorgelesen wurden, die dort während des Abendessens oder beim Treffen mit Freunden getötet wurden. Zahlreiche Familien und andere Trauernde kamen auch vor der Musikhalle Bataclan zusammen. Dort töteten die Extremisten 90 Menschen. Augenzeugen von damals erinnerten sich an Sprengstoffgürtel und automatische Waffen, die die Attentäter damals bei sich hatten.

Die Anschlagsserie begann mit dem Angriff eines Selbstmordattentäters auf das Stadion, in dem ein Fußballänderspiel zwischen Frankreich und Deutschland stattfand. Der damalige französische Präsident François Hollande erinnerte sich im Fernsehsender France-2 daran, wie er im Stadion die Explosion hörte, die Dias tötete. Er habe damals das Stadion nicht verlassen wollen, um ein Zeichen zu geben, dass die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet sei, sagte Hollande. Diese Entscheidung habe „sicherlich Leben gerettet“.

Die Sicherheitsvorkehrungen für die Gedenkfeiern waren hoch - Teil einer neuen Normalität in Frankreich seit dem 13. November 2015. Nach den Angriffen galt fast zwei Jahre lang der Notstand im Land. Er wurde vor zwei Wochen durch ein strengeres Anti-Terror-Gesetz ersetzt, das der Polizei größere Befugnisse im Umgang mit Terrorverdächtigen gibt.

Bis auf einen wurden alle Terroristen getötet. Es werde weiter nach Verdächtigen gefahndet, erklärte die Staatsanwaltschaft am Freitag. Neben den 13 toten Attentätern seien 13 Verdächtige in Frankreich, Belgien und der Türkei identifiziert worden.

Mehr zum Thema und den Folgen der blutigsten islamistischen Attentate in Europa seit 2004 in unserer Dienstagsausgabe