LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Regisseur-Duo spinnt eigenen Kurzfilm zu Roadmovie „Kin“ weiter

Die australischen Brüder und Regisseure Jonathan und Josh Baker realisierten schon im Jahr 2014 den Kurzfilm „Bag Man“ (man kann sich ihn auf YouTube ansehen), in dem ein Junge eine seltsame Waffe einsetzt, um einen Mann vor Gangstern zu retten.

Außer dem Jungen, der Waffe und der Art, wie sich die Beschossenen in Staub und Rauch auflösen, ist in der auf Spielfilm-Länge aufgeblasenen Fassung „Kin“ nichts übriggeblieben. Während im Kurzfilm die Frage, wie der Junge an die Waffe kam, unbeantwortet bleibt, wird sie im ersten Kinofilm der Brüder beantwortet.

Ungleiche Brüder auf Tour

Eli (Myles Truitt) wurde von Hal Solinski (Dennis Quaid) und seiner Frau, die vor ein paar Jahren starb, adoptiert. Als Hals leiblicher Sohn Jimmy (Jack Reynor) aus dem Knast entlassen wird, lässt er ihn bei sich wohnen.

Eli wurde unterdessen wegen einer Schlägerei von der Schule suspendiert. Er streunt in verlassenen Fabriken und Wohnanlagen herum und sammelt Kupfer, das er verkauft. In einer zerfallenen Halle entdeckt der Junge dann ein paar Tote mit bizarren Anzügen und Helmen sowie eine seltsame Konstruktion. Als einer der Toten sich noch rührt, rennt er panikartig weg. Etwas später kehrt er aber zurück. Die Toten sind verschwunden, aber er findet das Utensil der Toten, was sich später als gewaltige Waffe entpuppt.

Derweilen hat Jimmy Probleme mit dem brutalen Ganoven Taylor (James Franco), dem er Geld schuldet. Bei einer Kontrolle seiner Firma, entdeckt Hal Jimmy, Taylor und drei Kumpane, wie sie den Tresor ausräumen. Es kommt zu einer Schießerei, bei der Hal getötet wird. Jimmy flüchtet mit Eli, dem er verklickert, dass sie ein paar Tage an den Lake Tahoe fahren, wo sie Hal später treffen werden.

Roadmovie mit Science-Fiction

Unterwegs begegnen sie der Tänzerin Milly (Zoë Kravitz). Nachdem Eli die Fähigkeiten seines Funds entdeckt hat und die Einrichtung der Bar, wo Milly arbeitet, teilweise in Schutt und Asche legt, schließt sie sich den ungleichen Brüdern an.

„Kin“, was Familie und Verwandtschaft bedeutet, geht als eine Art Roadmovie weiter, das wegen der ungleichen Konstellation seiner Protagonisten ein paar interessante Aspekte aufweist.

Leider aber ruinieren die Science-Fiction-Elemente die Geschichte. Man glaubt, und das möglicherweise nicht zu Unrecht, eine Teenie-Fassung von „Terminator“ zu sehen. Der Film artet in einem chaotischen Finale aus, das an den Haaren herbeigezogen ist. Das Allerschlimmste an diesem Schluss ist aber die Tatsache, dass noch Fortsetzungen folgen werden, denn erklärt wird nichts. Hätte der Film mit einer einigermaßen zufriedenstellenden Schlussfolgerung geendet, so hätte man ihn noch gutheißen können.

So aber muss man wieder lange warten, bis man erfährt, was es mit der Waffe und ihrer Herkunft auf sich hat. Und ehrlich gesagt: Das kann einem unter diesen Voraussetzungen Schnuppe sein!