LUXEMBURG
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Handwerkskammer und „Fédération des Artisans“ stellen politische Vorschläge vor

Das Handwerk mit mehr als 7.000 Unternehmen und 90.000 Mitarbeitern generiert mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes und ist als wichtige Investitionsmöglichkeit und Marktwirtschafts-Stütze ein wichtiger Teil des Großherzogtums. „Das Handwerk bedeutet Arbeit und Ausbildung“, betonten so Tom Oberweis, Präsident der Handwerkskammer, und Michel Reckinger, Präsident der „Fédération des Artisans“ gestern Morgen bei einer Pressekonferenz.

Das Handwerk sei entsprechend auf langfristigen Erfolg statt kurzfristige Höhenflüge konzentriert, weshalb eine durchdachte und mutige Politik nötig sei. Zu diesem Zweck hatten die Partner eingeladen, um ihre Hoffnungen und Ziele für die kommende Legislaturperiode zu diskutieren.

Sechs grundlegende Themenbereiche

Dabei konzentrieren sich die Handwerkskammer und die Handwerksföderation darauf, sechs wichtige Themengebiete nach dem Ist-Zustand, den jeweils eigenen Erwartungen und den nötigen Schritten aufzuschlüsseln.

So konstatieren sie etwa wenig überraschend einen starken Nachholbedarf, wenn es um Mobilität, Wohnungsbau und Landesplanung geht. Hier würde man sich eine bessere, stimulierende Politik wünschen, die das Angebot an Grundstücken verbessert. Grundsätzlich sei ein Überdenken der Landesplanung unabdingbar, gleichzeitig müsse Baudichte und -höhe verbessert werden. „Auch die administrativen Wege müssen entweder kürzer werden, oder so kurz bleiben wie bislang“, meint Oberweis.

Besonders im Bereich der Digitalisierung sehe sich das Handwerk der großen Herausforderung gegenüber, den Schritt in das digitale Zeitalter zu schaffen. Dafür brauche es auch weiterhin eine starke, führende, helfende Hand, die neben Finanzmitteln auch das nötige Know-How vermittelt. Gleiches gelte für andere administrative Maßnahmen wie die Schaffung eines echten Statuts für Selbstständige sowie deren faire, gleichberechtigte Behandlung bei Renten-, Arbeitslosigkeits- oder „Reclassement“-Fragen. In puncto europäischer Zusammenarbeit und der Großregion sei es indes wichtig, bestehende Entscheidungen effizient umzusetzen, bevor neue Initiativen genommen werden sollen. Dazu gehöre etwa die Stärkung des Binnenmarktes. Insgesamt erhoffe man sich im Handwerk weiterhin starke Hilfsstellungen von staatlicher Seite, etwa durch Reformen bei der Berufsausbildung und mehr Hilfen für innovative Unternehmen. Ein gesundes, vom Staat unterstütztes Handwerk wäre in der Lage, die Herausforderungen der dritten industriellen Revolution mitzutragen und zugleich weiterhin ein wichtiger Pfeiler der Gesellschaft und könne somit seiner sozialen Aufgabe - Arbeit und Bildung - gerecht werden. „Deshalb sehen wir uns ganz klar als Partner der Politik“, meinten Oberweis und Reckinger.

Das ganze Dokument finden Sie unter tinyurl.com/FDA-CDM