COLETTE MART

Anlässlich eines Mittagessens, das Großherzogin Maria Teresa vorige Woche zum Internationalen Tag der Beseitigung von Gewalt gegen Frauen mit Opfern häuslicher Gewalt und Frauenrechtlerinnen organisiert hatte, schälte sich heraus, dass der körperlichen Gewalt oft die Manipulation des Opfers vorausgeht. Die Manipulation ist allerdings nicht nur in vielen Fällen eine Vorstufe brutaler Gewalt, sondern auch eine Facette psychischer Gewalt, die sich in allen sozialen und beruflichen Milieus durchgesetzt hat, und sich einer sehr hohen Akzeptanz erfreut. Mit dieser Schlussfolgerung wurde an einen sensiblen Punkt unseres gesellschaftlichen Lebens gerührt, da viele Opfer von Manipulation krank werden, Depressionen bekommen, und ihre alltäglichen Pflichten nicht mehr bewältigen können. Im Falle der geschlagenen Frauen, sowie ebenfalls im Bereich des Menschenhandels werden Frauen belogen, ihnen werden falsche Versprechungen gemacht, sie werden im Glauben gelassen, dass man es sehr gut mit ihnen meint, man gibt den Anschein, etwas zu geben, zum Beispiel Liebe und Unterstützung, derweil die realen Ziele des manipulatorischen Täters immer darin bestehen, das Opfer auszunutzen und zu erniedrigen. Die Manipulation zu durchschauen ist oft für das Opfer ein schwieriges Unterfangen, weil Liebe oder auch Abhängigkeit mitspielen, weil jeder Mensch gerne schönen Worten glaubt und eigentlich möchte, dass sein Gegenüber gute Absichten hat.

Ein genauerer Blick auf die Gesellschaft offenbart, dass die Manipulation salonfähig geworden ist, und eine weit verbreitete Methode der Kommunikation darstellt, die Menschen mittelfristig fertig macht, und manchmal zum Gegenschlag, also zum Schlagabtausch ermutigt.

Während die Manipulation sich oft in beruflichen Hierarchien gut versteckt, und zu zahlreichen Krankschreibungen führt, offenbart sie sich auch öffentlich im Bereich der Kommunikation. Der politischen Kommunikation wird oft Manipulation nachgesagt, aber gerade letztere wird kritisch hinterfragt, öffentlich diskutiert und auch oft entlarvt. Die Manipulation die von den Medien ausgehen kann, offenbart sich unter anderem in der Causa Schram-Lunghi, in der alles darauf hindeutet, dass hier ein Mann gezielt fertiggemacht wurde, und zwar durch die Manipulation von Bildmaterial.

In der Causa Lunghi müsste also unbedingt zurückgerudert werden, für eine Richtigstellung und eine Entschuldigung ist es nie zu spät, sie würde unsere Gesellschaft allgemein ehren und ein Zeichen setzen.

Des Weiteren könnte gerade die Causa Lunghi zum Anlass werden, die Manipulation allgemein in der Gesellschaft zu thematisieren, zu denunzieren, und verständlich zu machen.

Sie ist eine Form der seelischen Misshandlung, die prinzipiell unter dem Begriff „harcèlement moral“ sogar gesetzlich verboten ist, aber genauso wie Rassismus fast nie geahndet wird, relativ schwer zu beweisen ist und den Tätern demgemäß immer durchgeht.

Die Großherzogin hat im Rahmen ihres Einsatzes für die Rechte der Frauen mit dem Thema Manipulation einen wunden Punkt in der Gesellschaft angesprochen. Hier muss unbedingt angeknüpft und weitergearbeitet werden.