LUXEMBURG
MARCO MENG

Der Einzelhandel in Luxemburg profitiert von Käufern aus der Großregion

Fast eine dreiviertel Million Menschen aus der Großregion (gerechnet bis 30 km jenseits der Grenze) kommen regelmäßig nach Luxemburg einkaufen. Das sind 40 Prozent mehr als noch 2007. Und nur sechs Prozent davon kaufen lediglich an Tankstellen ein. Die Mehrheit der Deutschen, Franzosen und Belgier kommen auch in die Hauptstadt zun Einkaufen. Daneben sind für Franzosen vor allem Esch, für Deutsche Wasserbillig und für Belgier Bertrange die Einkaufsziele.

Wettbewerb in der Großregion

Ein Grund für den Einkaufstourismus sind die zum Teil erheblichen Preisunterschiede zwischen den einzelnen Ländern in der Großregion. Getränke sind zum Beispiel im Durchschnitt jenseits der Grenze teurer als in Luxemburg, Parfüm- und Hygieneartikel hingegen besonders in Deutschland günstiger (Luxemburg ist hier das teuerste Land von allen vieren), während Konsumgüter in Belgien signifikant teurer als im Großherzogtum sind.

Insgesamt stellt sich das durchschnittliche Preisniveau wie folgt dar: Deutschland hat in der gesamten Region die niedrigsten Preise, die ungefähr sieben Prozent unter dem Durchschnitt

der Grossregion liegen. Belgien und Luxemburg sind dabei die teuersten Länder mit 2,2 Prozent, respektive 1,5 Prozent über dem Durchschnittspreis in der Großregion.

Produktgemeinsamkeiten,

Produktvielfalt

Interessant ist auch die Produktvielfalt und - gemeinsamkeit: Fast 6.000 Produkte haben Belgien und Luxemburg gemeinsam, mit Frankreich hat Luxemburg knapp 3.000 gemeinsame Produkte. Den größten Unterschied gibt es mit Deutschland, mit dem man nur etwa 2.500 Produkte gemeinsam hat, wovon dann wiederum etwa 75 Prozent der identischen Waren in Deutschland billiger als in Luxemburg sind.

Die Positionierung des luxemburgischen Handels hat sich in den letzten Jahren dennoch im Vergleich zum nahen Ausland verbessert, so dass inzwischen längst nicht nur Berufspendler, sogenannte Grenzgänger, im Großherzogtum einkaufen, sondern zunehmend auch Menschen, die in der Großregion wohnen, aber beruflich gar nichts mit Luxemburg zu tun haben.

Eine dieses Jahr durchgeführte Untersuchung bestätigt, dass fast die Hälfte der Verbraucher in der Großregion mindestens einmal pro Monat nach Luxemburg zum Einkaufen kommt - und zwar nicht nur für Benzin oder Zigaretten.

Der luxemburgische Handel konnte sich also als „Shoppingmeile“ in der Großregion etablieren. Geschätzter zusätzlicher Umsatz durch Kunden aus der Grenzregion: etwa 217 Millionen Euro für die letzten drei Jahre. Von den Käufern aus der Großregion profitieren die Geschäfte wie auch der Fiskus. Die Mehrwertsteuereinnahmen des Staates bedeutet das Einnahmen von etwa 25 Millionen Euro durch Einkäufer aus der Großregion.