LUXEMBURG
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Showbusiness und Politik verloren 2017 echte Größen

Das Jahr 2016 war mit dem Ableben von Weltstars ein bitterer Schlag für Musik, Film und Literatur: Die Fans von Leonard Cohen, Prince, David Bowie, George Michael, Umberto Eco, Harper Lee, Gene Wilder und Bud Spencer trauern noch heute. Ganz so grausam wie 2016 wütete das sich neigende Jahr 2017 unter den Prominenten nicht, aber auch in diesem Jahr sind einflussreiche Persönlichkeiten gestorben.


07.01. Mário Soares (92): Der frühere Regierungs- und Staatschef Portugals prägte die Demokratisierung seines Landes entscheidend. Vor der „Nelkenrevolution“ von 1974 hatte er die Sozialistische Partei (PS) Portugals gegründet.


12.02. Al Jarreau (76): Der vielfach preisgekrönte Jazz-Sänger war als Stimmwunder bekannt. Seit dem Durchbruch in Hamburg vor rund 40 Jahren war er auf Bühnen in aller Welt zu Hause. Der siebenfache Grammy-Gewinner wechselte mühelos zwischen klassischem Jazz und Funk-Rhythmen, zwischen Fusion und Soul - mit Abstechern in Rhythm & Blues und Hitparaden-Pop.


18.03. Chuck Berry (90): Der Afroamerikaner war einer der größten Songschreiber und besten Gitarristen seiner Zeit. Hits wie „Sweet Little Sixteen“ oder „Johnny B. Goode“ wurden weltweite Klassiker. Die Rock’n’Roll-Legende beeinflusste Musiker wie die Beatles, die Rolling Stones oder Bob Dylan.


28.03. Christine Kaufmann (72): Mit neun Jahren machte sie der Film „Rosen-Resli“ 1954 zum Kinderstar. Für ihr Hollywooddebüt in „Stadt ohne Mitleid“ (1961) erhielt Kaufmann einen Golden Globe. Nach der Scheidung von Hollywoodstar Tony Curtis nach Deutschland zurückgekehrt, spielte sie in TV-Serien wie „Der Kommissar“ und „Derrick“.


11.04. Michael Ballhaus (81): Der deutsche Kameramann legte in Hollywood eine große Karriere hin. Er stand unter anderem für Filme hinter der Kamera wie „Good Fellas“, „Gangs of New York“ oder „Departed - Unter Feinden“. Ballhaus arbeitete mit Francis Ford Coppola und Robert De Niro.


23.05. Roger Moore (89): Mit seinem karikierenden, charmanten Stil prägte er die Film-Reihe um den Geheimagenten James Bond maßgeblich. Der Brite spielte die Bond-Figur in sieben Filmen von 1973 bis 1985. Als „Simon Templar“ war Moore in den 60ern ein Star. Königin Elizabeth II. erhob ihn 2003 in den Adelsstand.


30.06. Simone Veil (89): Die spätere Präsidentin des Europaparlaments (1979-1982) hatte als Jugendliche die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen überlebt. Als Gesundheitsministerin liberalisierte sie in den 1970er Jahren Frankreichs Abtreibungsrecht.


31.07. Jeanne Moreau (89): Die Französin mit der rauchigen Stimme drehte mehr als 120 Filme. Den Durchbruch schaffte sie 1957 mit „Fahrstuhl zum Schafott“ des Franzosen Louis Malle. Ihre Rolle in der Dreiecksgeschichte „Jules und Jim“ (1962) von François Truffaut brachte ihr internationalen Ruhm.


20.08. Jerry Lewis (91): Der US-amerikanische Komiker und Entertainer brachte es als Grimassen-König zu weltweiter Berühmtheit. Er spielte in mehr als 80 Kino- und Fernsehfilmen und führte Regie in über einem Dutzend anderer Streifen. Als Höhepunkt gilt „Der verrückte Professor“ von 1963.


28.08. Mireille Darc (79): Die französische Schauspielerin drehte rund 50 Filme. Darunter „Nimm’s leicht, nimm Dynamit“ mit Lino Ventura und „Borsalino“ mit Jean-Paul Belmondo und Alain Delon, mit dem Darc lange liiert war.

27.09. Hugh Hefner (91): Er gründete 1953 den „Playboy“ als Antwort auf das prüde Amerika und machte ihn zum berühmtesten Männermagazin. Marilyn Monroe, Sharon Stone oder Madonna zogen sich für das Häschen-Logo aus.


24.10. Fats Domino (89): Der Rock’n’Roll-Musiker erreichte mit Hits wie „Blueberry Hill“, „Ain’t That a Shame“ und „I’m Walkin‘“ Millionen Fans. Antoine Domino, wie der aus New Orleans stammende Afroamerikaner mit bürgerlichem Namen hieß, war für sein wildes Klavierspiel bekannt.

06.11. Karin Dor (79): Die Schauspielerin ist als Bond-Girl in „James Bond 007 - Man lebt nur zweimal“ an der Seite von Sean Connery bekannt. Sie war das einzige deutsche Bond-Girl. Außerdem spielte sie in Karl-May-Filmen.


06.12. Johnny Hallyday (74): Mit seiner Reibeisenstimme ersang sich das französische Rockidol, mit bürgerlichem Namen Jean-Philippe Smet, ein Vermögen. Hallyday hinterlässt über 100 Millionen Tonträger und Ohrwürmer wie „Ma gueule“. Seine Vorbilder waren der US-amerikanische Rock ’n‘ Roll und der US-Sänger Elvis Presley.

In Luxemburg war der Verlust der Musiker Patrick „Petz“ Hartert (03.10.) und Lisa Berg (22.12.) zu beklagen.