LUXEMBURG
NATASCHA EWERT

Tipps für sinnvolles Lernen und ruhige Nerven: Wie man jetzt als Abschlussschüler zen bleibt

Das Schuljahr geht zu Ende und das bedeutet: Es ist wieder soweit. Während ich gerade meine Sommerferien genieße, treten Schüler ihre Abschlussexamen an. Vor sechs Jahren war ich in der gleichen Situation und ich kann mich noch erinnern, wie ich vor Nervosität an mir selbst zweifelte.

Vielleicht bin ich nicht gerade das perfekte Beispiel für Schüler, die gerade einen hohen Einserschnitt anstreben, weil ich mein Examen ohne Auszeichnung bestand. Aber ich kann Folgendes mitgeben: Deine Note zeichnet dich nicht als Person aus. Ich wünschte mir, mehr Lehrer würden das einsehen und den Schülern das auch sagen.

Keine Panik und beim Lernen dieFächer abwechseln

Auf jeden Fall soll jeder sein Bestes geben, aber schlussendlich ist der Premièresexamen nicht gleichzustellen mit einem Kampf um Leben und Tod. Das vergessen viele, und das setzt die Schüler unter Druck. Wie viele Male habe ich mich geschämt, wenn der Lehrer meine Noten vorlas. Mittlerweile sind es nur noch Ziffern, die nur einen winzigen Teil über mich aussagen. So weit, so gut. Aber erst einmal müssen sie ja doch geschrieben werden, diese Examen. Aber angesichts der Prüfungen nicht in Panik zu verfallen und trotzdem konzentriert weiterzulernen, ist bei manchen Fächern gar nicht zu leicht. Zumal sich viele Schüler mit einem oder mehreren Angstfächern plagen.

Hier sind einige Tipps gegen den Stress, die bei mir gut funktionieren: Auch wenn man eigentlich lieber aufschiebt und insgeheim auf die vermeintlich wundersame Energie der letzten Tage setzt. Zuerst sollte man sollte unbedingt früh anfangen mit der Vorbereitung. Dann ist beim Lernen Abwechslung wichtig. Je nachdem, sollte man sich am Tag auf zwei Fächer konzentrieren, die sich vom Stoff her nicht so sehr ähneln. Eine gute Kombination wäre Wirtschaft mit Deutsch, oder Biologie mit Englisch. Ein wichtiger Punkt einer guten Vorbereitung ist das Wiederholen. Denn das Gedächtnis ist wie ein Muskel. Man soll es trainieren und man kann die Vorbereitung auch als Training ansehen. Die Menschen, die kein fotografisches Gedächtnis haben, müssen sich eben leider damit abfinden, dass sie den Stoff ein paar Mal durchnehmen müssen, bevor er richtig sitzt. Und wie wäre es, wenn ihr euch zum Lernen trefft? In Gruppen zu lernen, kann das Büffeln zum Spaß machen. Wenn man gemeinsam für eine Prüfung lernt, kann man sich gegenseitig abfragen und motivieren.

Aber ob nun allein oder in einer Lerngruppe, die vom Lerntempo und der Arbeitsweise her zu einem passt, irgendwann ist der Kopf voll. Wichtig ist daher, auch genügend Raum für andere Sachen zu lassen.

Den Geist erholen mit Sport und Yoga

Den Kreativen unter euch würde ich raten, jeden Tag in euren Terminkalender eine Stunde einzuplanen, während der ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen könnt. Das kann malen sein, basteln, ein Lied komponieren, Gedichte schreiben oder fotografieren. Das Wichtigste dabei ist, abzuschalten und sich Zeit zu nehmen für die schönen Sachen auf der Welt. Auch Sport ist empfehlenswert. Wenn Du dich im Sport gut auspowern kannst, würde ich auch empfehlen, am besten jeden Tag Sport zu machen und sich zu bewegen.

Auch regelmäßige Pausen sind wichtig: Musik hören, Obst essen und an die frische Luft gehen helfen viel beim Lernen. Denn nach einiger Zeit muss sich Dein Geist auch mal ausruhen können. Meditation, Yoga und Achtsamkeit: Für einige ist das der letzte Schrei, aber ich sehe es eher als eine spirituelle Tätigkeit an und setze es auch in meinem Studium ein. Unser Atem hilft uns, einen klaren Geist zu haben und vor Prüfungen nicht gerade auszuflippen. Yoga kann auch als sportliche Aktivität angesehen werden und die Sache mit den Achtsamkeitsübungen ist die: Man konzentriert sich auf das Jetzt. Nehmen wir an, ein Schüler hätte jetzt genau in einer Woche Examen. Er wird schon nervös, weil ihm nur eine Woche bleibt, durch Achtsamkeit lernt er, mehr die Ruhe zu bewahren und sich auf die Sachen zu fokussieren, die an diesem Tag wichtig sind. Ich wünsche euch viel Erfolg und Spaß bei euren Examen!Nachfolgend zehn Tipps zur Vorbereitung:

1. Laut aufsagen

Weil so mehrere Sinne genutzt werden, kann man sich Inhalte besser aneignen.

2. Mnemotechnik anwenden

Bei dieser „Gedächtniskunst“ lernt man mittels Merksätzen, Reimen, Assoziationen und Eselsbrücke.

3. Eigene Beispiele überlegen

Das macht das Lernen abwechslungsreicher und schafft ein tieferes Verständnis.

4. Eigene Worte nutzen

Damit geht man sicher, dass man den Stoff
wirklich verstanden hat und nach der Prüfung
etwas hängen bleibt.

5. Mit Lernpartner diskutieren

Diszipliniert abfragen und Inhalte ernst diskutieren: Wer den Stoff erklären kann, hat ihn auch verstanden.

6. Probleme lösen

Versucht, den Stoff auf andere Situationen zu übertragen, das können eigene Beispiele sein
oder alte Klausuren.

7. Hilfe holen

Wer nix versteht, fragt am besten Mitschüler, Lehrer oder bezahlte Nachhilfelehrer.

8. Mindmap zeichnen

Die Mindmap stellt Zusammenhänge bildlich dar: In der Mitte das zentrale Thema, dann Unterthemen und außen Details.

9. Lernplakat aufhängen

Ähnlich wie eine Mindmap, kann größer und
farbiger sein.

10. Zusammenfassung schreiben

Wichtiges verdichten und nicht in Detailwissen verzetteln.


Die Examen der „études secondaires classiques“
und die der „études secondaires générales“ stehen ab kommenden Dienstag an. Die Prüfungszeit dauert bis zum 11. Juni.