„Grand Orient de Luxembourg“ lädt zu öffentlicher Konferenz

Alle Tage kommt man sicherlich nicht in die Räumlichkeiten des „Grand Orient de Luxembourg“ hinein. Großmeister Bertrand Michaud, die stellvertretende Großmeisterin Gisèle Detaille und „Grand Orateur“ Jean-Louis Schlesser machten gestern eine Ausnahme und führten durch die dann doch speziellen Räumlichkeiten im Grund.

Der „Grand Orient de Luxembourg“ (GOL) ist der Dachverband von zwölf Freimaurerlogen, die auf vier Länder verteilt sind und etwa 650 Mitglieder repräsentieren. Der GOL betrachtet sich als „adogmatisch“, steht auch Frauen offen, vertritt eine breite Altersspanne und kann, so war es den gestrigen Aussagen zu entnehmen, auch als Spiegel der Gesellschaft betrachtet werden. Der „Grand Orient“ versteht sich jedenfalls nicht als elitärer Club, vielmehr liege der Reichtum der Freimaurerei in der Diversität, so Michaud sinngemäß. Diskutiert wird über Themen in der Gesellschaft, auch politische Themen, wobei für Partei- oder Lagerpolitik kein Platz sei. Im ersten Artikel der Satzung des GOL heißt es, die Freimaurerei arbeite an der „intellektuellen und gesellschaftlichen Perfektionierung der Menschheit“. Ziel sei es, „die Ignoranz zu bekämpfen“ wie Gisèle Detaille sich ausdrückte. Eine Sekte seien die Freimaurer nicht, „und das aus einem sehr einfachen Grund: In eine Sekte kommt man sehr einfach rein und nur sehr schwierig wieder raus.“

Wer mehr über die Freimaurerei erfahren will, erhält dazu am 29. Juni eine Gelegenheit. Dann nämlich lädt der GOL um 19.00 ins hauptstädtische „Cercle Cité“, wo François Padovani über die heutige Bedeutung der Freimaurerei referieren wird. Padovani ist Präsident des „Centre de Liaison et d‘Information des Puissances Maçonniques Signataires de l‘Appel de Strasbourg“ (CLIPSAS). Der „Grand Orient de Luxembourg“ ist Gründungsmitglied dieses 1961 ins Leben gerufenen internationalen Dachverbands, dem heute 107 Obedienzen weltweit angehören, die für 350.000 Freimaurer stehen.