LUXEMBURG
SVEN WOHL

Für den Bereich der höheren Bildung sind sich die Parteien einig: Je mehr, desto besser!

Vor allem bei der Universität Luxemburg wird man nicht müde zu fordern und zu fördern. Jede Partei bringt hier mindestens eine Handvoll Ideen mit. Doch auch der Bereich des Lifelong-Learning kommt bei den meisten Parteien nicht zu kurz.

Finanzielle Unterstützung

Dass es dabei oft genug um Geld geht, dürfte offensichtlich sein. Tatsächlich gibt es gleich mehrere Parteien, die sich für eine bessere finanzielle Absicherung der Studenten einsetzt. Die kann ganz unterschiedlich ausfallen. Während die Kommunisten eine Rücknahme der Kürzungen der Studentenhilfen fordern und die Finanzierung der Universität ausschließlich aus öffentlicher Hand verlangen, wollen die Piraten die Rückzahlungen des Kredits der CEDIES über einen Zeitraum von 20 Jahren anstelle der üblichen zehn ermöglichen. „déi gréng“ dagegen wollen die Studienbeihilfen auch für Ausbildungen auf Berufsschulen im Ausland ausweiten. Die LSAP will zunächst bei den Studentenhilfen Bilanz ziehen und gegebenenfalls nachbessern. Die Studiengebühren abschaffen wollen unter anderem „déi Konservativ“.

Der andere wichtige finanzielle Aspekt, den mehrere Parteien ins Auge fassen, sind die Studentwohnungen. Die Kommunisten wollen mehr Wohnraum für Studenten im Zentrum und Süden des Landes, während die Piraten elf Prozent der Studenten eine Wohnung gönnen wollen. „déi gréng“ wollen, dass dieser Wohnraum vor allem erschwinglich und nahe an der Universität zu finden ist. Mehr staatlich subventionierte Wohnungen für Studenten werden in Aussicht gestellt.

Innovationen für die Bildungslandschaft

Aber auch inhaltlich wird einiges seitens der Parteien gefordert. Am häufigsten liest man von einer erweiterten medizinischen Fakultät, die sowohl für die adr wie auch die CSV wichtig ist. Letztere wollen zumindest einen Bachelor etablieren, der dann zu weiterführender Forschung im Rahmen eines Masters im Ausland dienen kann. Damit würde dann auch der Weg frei werden, um führend im Gebiet der Biomedizin zu werden.

„déi gréng“ pochen da schon eher auf die Geisteswissenschaften, während die adr daran erinnert, dass ethische Normen in der Forschung weiterhin zu beachten seien. Dazu sollen auch die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden. Die Kommunisten wollen den Bachelor und Master dagegen abschaffen, da „an der Universität [...] keine ‚Fachidioten‘ für Nischen im Bereich der Wirtschaft heranzüchtet werden (dürfen)“.

Mehr BTS-Studiengänge möchte die DP schaffen: Damit soll die hohe Nachfrage an ausgebildeten Fachkräften abgedeckt werden. Sekundarschulen sollen mehr Partnerschaften mit Universitäten und Fachhochschulen abschließen, um BTS-Studenten dort einen Bachelorabschluss in drei Jahren zu ermöglichen. Daraus ergebe sich ein weiterer Weg in den Bereich der Hochschulen.

Digitalisiertes Lernen

Digital wird es bei der DP: Die Demokraten wollen ein „Digital Learning Center“ schaffen, wo man auf Lerninhalte online zurückgreifen kann. Durch einen Bildungscheck soll jedem Arbeitnehmer ein kostenfreier Einführungskurs in die Grundlagen der digitalisierten Berufswelt ermöglicht werden. Das ist aber noch nicht alles: Auch ein „Digital Learning Hub“soll geschaffen werden, das digitale Kompetenzen ausbauen soll. Die CSV will gleich digitales Lernen und Lehren auf der Universität etablieren. Außerdem brauche das Land mehr Informatikstudenten.

Keine Altersgrenzen

„Lifelong Learning“ ist ebenfalls ein wichtiges Element für die meisten Parteien. Während „déi Lénk“ eine generelle Strategie fordern, um Erwachsenen privat wie beruflich eine Fortbildung zu erlauben, möchte die LSAP eine „Open University“, die es Erwachsenen ermöglicht, frei zu studieren. Sekundarschulen sollen laut DP stärker eingebunden werden, um die Erwachsenenbildung auszubauen. Die berufliche Weiterbildung soll für die Demokraten vor allem qualitativ besser gesichert werden, indem eine Akkreditierungsagentur eingeführt wird.

Akkreditierungen sind auch für die CSV ein Thema, allen voran, um private Hochschulen in Luxemburg einen klareren Rahmen zu bieten. Die verschiedenen Ausbildungsbereiche der Universität sollen dementsprechend ebenfalls akkreditiert werden.

Ein oft vergessener Aspekt der Bildung wird von der DP angesprochen: Die Partei setzt sich für einen Ausbau des Zentrums für politische Bildung ein.